Goldpreis steigt mit aller Macht – weltweite US-Dollar-Nachfrage nimmt ab

Nach Jahren, in denen dem Goldpreis mittels orchestrierten Leerverkäufen, deren Wirkweise ich Ihnen in der Vergangenheit zusammen mit Dave Kranzler in einer Reihe von Berichten vor Augen zu führen versucht habe, eine Flaute beschert wurde, zog Gold zuletzt deutlich an, um am Mittwochmorgen letzter Woche in der Spitze auf bis zu 1.510 U-Dollar pro Feinunze zu klettern.

Der Goldpreis setzte seinen Anstieg trotz der anhaltenden „Abwurfpraktiken“, in deren Zuge großvolumige Nacktleerverkaufskontrakte an den Futures-Märkten eingegangen werden, fort. Zwar wird der Goldpreis auf diese Weise immer wieder auch nach unten befördert, kann sich daraufhin allerdings recht schnell erholen, um weiter anzusteigen.

Ich finde aus Sicht der aktuellen Entwicklung zu diesem Zeitpunkt keine Erklärung bezüglich der neuen Macht, die stärker zu sein scheint als jene Leerverkaufspraktiken, die über die letzten Jahre genutzt wurden, um den Goldpreis zu kontrollieren. Zahlreiche Zentralbanken haben US-Dollarreserven in Gold umgeschichtet, wodurch sich die weltweite Nachfrage nach US-Dollars reduziert.

Hohe Nachfrage: Goldbestände schrumpfen, Minen kommen nicht hinterher

Gleichzeitig klettert die globale Nachfrage nach Gold. Bestehende Goldbestände, welche die Nachfragelücke füllen könnten, minimieren sich, während die jährliche Goldminenproduktion nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten kann. Vielleicht findet sich in diesem Aspekt die Begründung für den rasanten Preisanstieg des gelben Metalls.

Zu schwacher Dollar stellt Weltreservestatus in Frage

Während der vielen Jahre, in denen Quantitative Easing (QE) betrieben wurde, wurde die Wechselkursrate des US-Dollars durch die Bank of Japan, die Bank of England und die EZB dadurch geschützt, da diese Zentralbanken selbst elektronisch Geld erzeugten, um sicher zu stellen, dass deren Währungen in Relation zum US-Dollar nicht bedeutsam ansteigen würden.

Die Federal Reserve hat die Aufgabe, den Wechselkurs des US-Dollars zu schützen, damit Amerikas Währung weiter ihre Rolle als Weltreservewährung, auf deren Basis internationale Transaktionen abgewickelt werden, einnehmen kann. Falls der US-Dollar diese Rolle einbüßt, werden die USA ihre Fähigkeit verlieren, eigene Rechnungen mittels elektronisch erzeugter US-Dollars zu bezahlen.

Ein in Relation zu anderen Papierwährungen im Außenwert nachgebender US-Dollar würde eine Flucht aus dem US-Dollar verursachen. Jene im Außenwert gegenüber dem US-Dollar zulegenden Papierwährungen würden sofort noch stärker nachgefragt. Katastrophen an den Währungsmärkten können ganz schnell durch eine Angebotssteigerung einer Währung, die Zentralbanken nicht halten möchten, resultieren.

Manipulation des Goldpreises mittels Papiergold funktioniert nicht mehr richtig

Ein Problem bleibt allerdings. Der US-Dollar hat in Relation zu Gold im Preis abgewertet. Die Währungsmärkte zu manipulieren erwies sich als notwendig, jedoch nicht ausreichend, um den Außenwert des US-Dollars zu stabilisieren. Auch die Goldmärkte mussten in diesem Zuge manipuliert werden.

Um eine Abwertung des US-Dollars zu verhindern, wurden nackte Leerverkäufe betrieben, um das Angebot an Papiergold zu steigern und auf diese Weise den Goldpreis unten zu halten. Ungleich Aktien müssen Goldleerverkäufe nicht geschlossen werden. Auf diese Weise wird der preisbestimmende Gold-Futures-Markt in einen Papiermarkt umtransformiert, an dem Goldkontrakte hauptsächlich auf Basis von Cash – und nicht in Form einer physischen Goldauslieferung – abgerechnet werden.    

Aus diesem Grund sehen sich die jeweiligen Marktakteure dazu in der Lage, das Angebot an Papiergold, das an den Futures-Märkten gehandelt wird, durch eine Ausweitung der Kontrakte zu erhöhen. Wenn eine große Anzahl an Kontrakten plötzlich am Goldmarkt abgestoßen wird, führt der daraus resultierende Anstieg des Papiergoldangebots zu sinkenden Goldpreisen. Bis dato ist diese Taktik aufgegangen.

Dollarflucht brächte die Fed in die Bredouille

Doch falls tatsächlich eine Flucht aus dem US-Dollar beginnen sollte, wird es der Federal Reserve einerseits massiv erschwert, der US-Regierung ihr stark wachsendes Haushaltsdefizit zu ermöglichen und andererseits mit Zinssenkungen fortzufahren. Im Angesicht von Noten- und Zentralbanken, die US-Dollarreserven aus US-Schatzanleihen in Gold umschichten, hält die globale Nachfrage nach US-Staatsanleihen nicht mit dem Angebot mit.

Das Angebot an US-Schatzanleihen wird sich im Angesicht eines auf bis zu 1,5 Billionen US-Dollar ausweitenden Haushaltsdefizits der US-Regierung jedoch ausweiten. Der Federal Reserve wird nichts anderes übrig bleiben als die sich auftuende Lücke zwischen den neu zu emittierenden US-Schatzanleihen und jenem Betrag, der sich an Investoren verkaufen lässt, zu schließen.

Anders ausgedrückt, wird die Fed erneut elektronisch Geld erzeugen müssen, mittels dessen die unverkäuflichen Tranchen an neuen US-Schatzanleihen angekauft werden. Die elektronische Erzeugung von mehr US-Dollars wird im Angesicht eines ohnehin bereits bestehenden Abgabedrucks auf den US-Dollar zu einem noch höheren Abgabedruck führen.

Fed wäre gezwungen, Zins auch im Angesicht einer Rezession anzuheben…

Um den US-Dollar zu schützen, was bedeutet, die amerikanische Währung aus Sicht von Investoren und Zentralbanken wieder attraktiv erscheinen zu lassen, würde die Federal Reserve die Zinsen in den Vereinigten Staaten substanziell anheben müssen.

Falls sich die US-Wirtschaft bereits in einer Rezession befinden oder dort hin tendieren sollte, würden sich die aus Zinserhöhungen resultierenden Kosten – insbesondere mit Blick auf die Beschäftigungslage – als enorm hoch erweisen.

Schreddert die Fed die US-Wirtschaft um Trumps Wiederwahl zu verhindern?

Im Angesicht eines kletternden Goldpreises stellt sich die Frage, wer Schuldpapiere, die in einer deutlich abwertenden Währung denominiert sind, halten würde, wenn die Zinsen niedrig sind, bei Null lägen oder gar negativ wären?

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve mag sich vielleicht nicht über die über unseren Köpfen schwebende Krise bewusst sein, da es der Offenmarktausschuss gewesen ist, der diese Krise selbst herbeigeführt und durch seine Geldpolitik initiiert hat. Andererseits ist die Federal Reserve der gesellschaftlichen Elite, die sich von Trump befreien möchte, verpflichtet.

Amerikas Wirtschaft auf Kosten Trumps zu schreddern ist eine Möglichkeit, um dessen Wiederwahl im nächsten Jahr zu verhindern.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2019 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy