Beispiel: Drillisch AG (WKN: 554550 / ISIN: DE0005545503 / Börsenplatz: Xetra)

In der letzten Chartanalyse „Deutsche Post vom 22.09.2016“ haben wir einen kurzfristig ausgerichteten Short-Trade von der Analyse zum Trade aufgezeigt. Heute möchte ich Ihnen mit der Drillisch AG einen Long-Trade vorstellen, der knapp zwei Monate gehalten wurde.

Ausgangspunkt meiner Top-Down-Analyse war der Wochenchart. Dort ist zu erkennen, dass die Aktie zwischen 32,00 und 34,00 Euro immer wieder gekauft wurde. Daraus hat sich eine charttechnisch interessante Unterstützung ausgebildet. Immer dann, wenn sich eine Aktie (oder ein anderes liquides Wertpapier) im Bereich einer derartigen Unterstützung aufhält, ist es an der Zeit für einen genaueren Blick. Diesen verschaffen wir uns in einer kleineren Zeiteinheit – dem Tageschart.

Auf Tagesbasis können Sie sehen, wie der Aktienkurs im Bereich 33,00 Euro mehrfach aufgesetzt hat. Im Juni ist es zu einer kurzen Unterschreitung gekommen – der Tagesschlusskurs war dann aber wieder deutlich über dem Unterstützungsbereich.

Am 19. Juli wurde die Unterstützung erneut angelaufen. Auf Tagesbasis hat sich ein Candlestick-Hammer als eine Ein-Kerzen-Umkehrformation gezeigt (die Kerze vor dem grünen Pfeil). Das war für mich der Startschuss für den Einstieg in die Aktie. Diese wurde dann am nächsten Tag zur Börseneröffnung auf Xetra gekauft.

Kein Trade ohne Fahrplan! BEVOR man eine Aktie kauft, MUSS man sich darüber Gedanken machen, an welchem Punkt die Notbremse gezogen wird um den Verlust zu begrenzen! An der Börse muss man mit allem rechnen – vor allem mit dem Schlimmsten!

Ab wann ist meine Idee (die Unterstützung bei 33,00 Euro hält und eine Gegenbewegung setzt ein) hinfällig? Das wäre der Fall, wenn Drillisch unter diese Unterstützung fällt. Nun war dies ja bereits einmal im Juni der Fall – und doch hat das Niveau um 33,00 Euro gehalten.

Aus diesem Grund gehe ich nicht so punktgenau vor. Der Aktie muss etwas Spielraum gelassen werden. Diesen „Spielraum“ kann man anhand der Schwankungsbreite einer Aktie bestimmen. Sie lässt sich z.B. über die ATR (Average True Range) ablesen. Zum Zeitpunkt des Einstiegs lag die durchschnittliche Schwankung der Aktie bei 1,12 Euro pro Tag. Als Stop-Loss setze ich gerne die doppelte ATR – in diesem Fall 2,24 Euro, als Stop-Loss.

Mit dieser Größe kann ich noch VOR dem Einstieg meine Positionsgröße berechnen! Dies ist elementar wichtig und hier werden häufig Fehler begangen. Pro Trade sollte man maximal 1 Prozent seines Depotwertes riskieren. Bei einem 50.000 Euro-Konto wären dies also 500,00 Euro die pro Trade maximal verloren werden sollten. Nun muss ich nur mein maximales Risiko in Euro durch den Stop-Loss dividieren. So weiß ich, dass ich 223 Aktien kaufen darf.

Jetzt habe ich meine Positionsgröße und den Stop-Loss. Also kann ich ganz entspannt zur Börseneröffnung (oder wann auch immer) die 223 Aktien kaufen. Nachdem ich den Kauf getätigt habe platziere ich einen Stop-Loss 2,24 Euro unter meinem Kaufkurs.

Wie bereits geschrieben habe ich die Aktie am 20.07.2016 zur Börseneröffnung zum Kurs von 33,83 Euro gekauft und anschließend meinen Stop-Loss bei 31,59 Euro platziert.

Nach dem Kauf kannte Drillisch nur eine Richtung – ABWÄRTS! Die Kerze über dem grünen Pfeil mit dem unteren „Schatten“ war im Tagesverlauf knall Rot – es sah so aus als wäre die Unterstützung gebrochen! Der Stop-Loss ist platziert und deshalb konnte ich relativ entspannt zuschauen was passiert – natürlich stellt man sich den Start anders vor! Wo die Angst am größten war, griffen die Käufer wieder ins Geschehen ein und zogen die Aktie zum Tagesschluss über die Unterstützung bei 33,00 Euro. Auch diesmal hatte es den Anschein, dass alle zittrigen Hände aus dem Markt gespült werden mussten, bevor die Aufwärtsbewegung einsetzen konnte. Der Stop-Loss war gut platziert und wurde durch das „Rauschen“ des Charts nicht ausgelöst.

Am nächsten Tag zog Drillisch deutlich an. Nach einigen Tagen Seitwärtsbewegung stieg Drillisch am 10.08. auf ein neues Verlaufshoch (Tagesschlusskurs über 37,00 Euro). Am nächsten Tag wurde der Stop-Loss auf Break-Even versetzt.

Danach ging es sehr schnell und das Kursziel wurde erreicht. Bei Cashkurs-Livetrading haben wir die Hälfte der Position am Kursziel verkauft. Mit der zweiten Teilposition haben wir auf eine weitere Aufwärtsbewegung spekuliert. Da die Dynamik Anfang September aber völlig verloren gegangen ist, haben wir auch die zweite Teilposition im Bereich des eigentlichen Kursziels verkauft.

So konnte das eingegangene Risiko von 500,- Euro drei Mal verdient werden. Auf das eingesetzte Kapital wurden entsprechend grob 20 Prozent Gewinn erzielt.

Wenn auch Sie bei dem nächsten Trade mit dabei sein wollen, testen Sie Cashkurs-Livetrading völlig kostenfrei und unverbindlich.

Ihr Mario Steinrücken

Wenn Sie auch beim nächsten Trade mit dabei sein wollen: Gratis-Test unter www.cashkurs-livetrading.com

Twitter: @CKLiveTrading / @MSteinruecken

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