Dirk Müller ist seit vielen Jahren das Gesicht der Börse. Kompetent und charismatisch versteht er es, das Börsenlatein so zu übersetzen, dass es auch Normalsterbliche begreifen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht Klartext. Für den NATURSCHECK beantwortet er regelmäßig Fragen unserer Leser zu den Themen Politik, Wirtschaft und Finanzen.

Lieber Herr Müller, wie geht es Ihnen? Wie haben Sie den Sommer verbracht?

Dirk Müller: Den Sommer habe ich wunderbar verbracht. Ich habe versucht, mich so gut wie es geht von den negativen Themen fernzuhalten – was natürlich nicht immer möglich ist. Mein Urlaub fand in Deutschland statt mit dem Wohnmobil, auf den Plätzen, wo man sich nicht testen lassen musste und wo es keine Gulag-ähnliche Situation gab. Ich kam an einem Campingplatz vorbei, der mich an ein russisches Strafgefangenenlager erinnerte. Er war gespickt mit Verbots- und Gebotsschildern und Einbahnstraßenregelungen für Fußgänger etc.

Und nur einhundert Meter entfernt ein anderer offizieller Platz der Stadt ohne die geringsten Vorgaben, 50 Wohnmobile nah nebeneinander. Hier hat Corona gar keine Rolle gespielt. Ja, das sind schon interessante Zeiten …

Beginnen wir mit dem Thema „Bundestagswahlen“. Hier muss vorausgeschickt werden, dass wir dieses Interview am 24.8.2021 führen und bekanntermaßen noch vieles geschehen kann, das den Wahlausgang beeinflusst. Drei Fragen auf einmal: Wie geht die Wahl aus? Wer wird neuer Kanzler bzw. Kanzlerin? Und warum?

Dirk Müller: Ehrliche Antwort: Das spielt für mich überhaupt keine Rolle! Wir haben in der Politik momentan keine Alternativen. Die Parteien sind mit winzigen Unterschieden alle deckungsgleich. Wir haben auch keine echte Opposition mehr. Wenn es einmal Widersprüche gibt, dann nur aus politischem Kalkül, damit man sich etwas profilieren kann. Aber inhaltlich ist man quasi identisch.

Ich beschreibe es einmal so: Wenn Sie einem Veganer drei verschiedene Steaksorten vorsetzen, dann ist das in etwa so, wie ich es momentan in der Politik erlebe. Ich habe nur die Wahl zwischen Dingen, die ich nicht will. Und wer da am Ende der Vorturner ist, ist mir dann egal. Mehr denn je gilt der Spruch von Horst Seehofer aus dem Jahre 2010:

Diejenigen, die entscheiden, sind meist nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben meist nichts zu entscheiden.“

Gemäß meiner Lebensphilosophie als ganzheitlich und ökologisch denkender Mensch, müsste ich eigentlich zwingend eine grüne Partei wählen. Doch ganz ehrlich: wenn ich mir die Protagonisten und auch die aktuelle Ausrichtung der Grünen betrachte, finde ich mich dort kaum noch wieder. Umweltschutz durch Preiserhöhungen, unbegrenzte Zuwanderung, Impfpflicht, Gendersprache ... Was mir aber vor allem fehlt, ist der spirituelle Aspekt - sind es doch die grünen „Realos“, die sich gegen Homöopathie, Naturheilkunde, Heilpraktiker etc. aussprechen, die Spiritualität als Esoterik bezeichnen und die oft naturferne Wissenschaft zum Maß aller Dinge verklären. Wie erleben Sie dieses „grüne Paradoxon“?

Dirk Müller: Das sehe ich ganz genauso.Was ursprünglich einmal die Gründungsgedanken zumindest der Basis der Grünen waren, hat absolut nichts mehr mit dem zu tun, was die grüne Politik heute darstellt. Wenn man sieht, dass die Grünen inzwischen Vorreiter bei der Unterstützung internationaler Waffengänge sind und ganz vorne dabei, wenn die Amerikaner wieder irgendwo in der Welt mit ihrem Militär einmarschieren, oder eine Frau Baerbock, die derzeit wieder Waffenlieferungen an die Ukraine fordert, hat das nichts mehr mit der ehemaligen Partei des Spirituellen, des Naturverbundenen, des Pazifistischen, aus der Friedensbewegung Hervorgegangenen zu tun. Da ist vielleicht ein grüner Anstrich, das war´s aber auch schon.

Und was die aktuellen Polit-Protagonisten angeht, da möchte ich einen Freund zitieren, ohne einen Namen zu nennen, der für viele tausende Mitarbeiter in einem großen Konzern zuständig ist. Der sagte: Eigentlich hätte ich ja die Grünen wählen wollen. Aber dann habe ich mir überlegt: Würde ich der Baerbock einen Job geben, wenn die sich bei mir bewerben würde? Nein, auf gar keinen Fall! Und dem Laschet würde ich ein Vorruhestandsangebot machen. Ich kann die nicht wählen! (lacht)

Das ist ein guter Übergang. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat ja mit Angela Merkel etwas gemeinsam: Sie wurde 2020 vom Weltwirtschaftsforum in das Young Global Leader Programm aufgenommen. Für alle, die es nicht wissen: Der von Klaus Schwab gegründete „Club der größten Konzerne“ kümmert sich um zukünftige politische Führungskräfte. Sie bekommen von der Konzernlobby eine entsprechende Ausbildung. Angela Merkel gehörte 1992 zur ersten Runde des Eliten-Programms, ebenso wie der spätere spanische Ministerpräsident Aznar, der EU-Kommissionschef Barroso, der britische Regierungschef Tony Blair, sowie der französische Regierungschef Sarkozy. Auch Emmanuel Macron und unser lieber Jens Spahn haben das Programm erfolgreich durchlaufen, wie man sieht. Ein Schalk, der Konspiratives dabei denkt. Entweder hat das Forum ein gutes Händchen für Politiktalente, oder die Unterstützung des Großkapitals hilft, um die Auserwählten in die höchsten Etagen zu manövrieren. Wie sehen Sie diesen Club der elitären Talentförderer? Und welche Gegenleistung müssen Geförderte erbringen?

Dirk Müller: Ich sehe – um nochmal auf Seehofer zurückzukommen –, dass die, die nicht zur Wahl stehen, im Hintergrund inzwischen mehrheitlich die Entscheidungen treffen. Dass sie sich ihre Politiker heranzüchten und ins Amt bringen. Und idealerweise solche Politiker, die so wenig Eigengestaltungsspielraum wie möglich einfordern, sondern in der Regel das durchsetzen, was man ihnen souffliert. Und wenn man aktuell sieht, dass sich der ehemalige Siemens-Industrievorstand Joe Kaeser, der ja ein ganz wesentlicher Protagonist der internationalen Konzernszene ist, für eine Kanzlerin Baerbock ausspricht, dann kann man leicht ermessen, dass die Konzerne Frau Annalena „Ich-komme-eher-vom-Völkerrecht“ Baerbock sicher nicht wegen ihrer überragenden Kenntnisse der Industriepolitik bevorzugen.

Kommen wir zum unvermeidlichen „C-Thema“. Während immer mehr Länder aus der Pandemie aussteigen und die fragwürdigen Maßnahmen aufheben, bleibt die Politik hierzulande auf Kurs. Dabei zeigt sich immer mehr, dass die vielgescholtenen „Querdenker“ und „Verschwörungstheoretiker“ in fast allen Kritikpunkten recht hatten: Wir erleben nun eine Zweiklassengesellschaft aus Geimpften und Ungeimpften und die Impfpflicht durch die Hintertür. Dabei ist die Impfung nicht der versprochene Heilsbringer. Selbst dreifach Geimpfte erkranken, übertragen Viren und erleben teilweise heftige Impf-Nebenwirkungen. Dennoch erhalten sie Privilegien gegenüber gesunden Menschen. Statt 3G fordert man nun 2G und in Österreich bereits 1G, also Freiheiten nur noch für Geimpfte. Diskriminierung für Gesunde auf allerhöchstem Niveau! Wie sehen Sie die aktuelle Lage? Und wohin wird die Reise gehen?

Dirk Müller: Das ist exakt das, was ich bereits vor über einem Jahr angekündigt habe. Das wird kommen. Der Weg dorthin ist vorgepflastert. Es geht dahin, dass man ohne Impfung am öffentlichen Leben nicht mehr teilnehmen kann. Es wird einen Impfpass geben, und an den Impfpass werden in einer späteren Phase alle weiteren persönlichen Informationen geknüpft werden, so dass man dann ein internationales und individuelles Dokument hat zur Kontrolle jedes Einzelnen.

Die Wenigsten werden sich dem entziehen können, sei es aufgrund des Drucks der Familie, der Gesellschaft, dem Wunsch nach der Teilhabe am öffentlichen Leben oder einfach der Notwendigkeit, Geld zu verdienen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wird sich fügen. Und wer sich fügt, wird es spätestens mit einigem zeitlichen Abstand gut und richtig finden und große Abneigung gegen „die anderen“ empfinden.

Das ist das, was wir erleben werden … und zwar international. Es ist das Perfide und Faszinierende, dass es hier offenkundig gelungen ist, dies international durchzuziehen. Es gibt kein Land, in das man sich zurückziehen und dem ganzen Wahnsinn aus dem Weg gehen könnte. Wir erleben ein seit vielen, vielen Jahren geplantes Szenario, das jetzt generalstabsmäßig abgespult wird.

Ohne das Impfthema allzu sehr zu strapazieren: Ich war kürzlich in Frankreich, wo gerade Geimpfte landesweit gefragt wurden, „warum“ sie sich haben impfen lassen. Nur sage und schreibe acht Prozent (!) gaben an: aus gesundheitlichen Gründen! Dem Rest ging es tatsächlich um Reisendürfen, Restaurantbesuche, Zwang durch den Arbeitgeber etc. Anscheinend liegen die Umfragewerte hierzulande in einem ähnlichen Bereich …

Dirk Müller: Ja, das ist schon sehr paradox. Aber es zeigt auch die Grundproblematik: Die meisten, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen, haben ja kein grundsätzliches Problem mit Impfungen. Das Hauptargument nahezu aller Skeptiker, die sich gegen die Impfung aussprechen, ist, dass sie mit der Art der Impfstoffe nicht einverstanden sind. Denn es ist ja im Grunde gar keine Impfung, sondern eine gentechnische Behandlungsmethode, für die es – logischerweise – noch keinerlei langfristige Erfahrungswerte und Studien über die gesundheitlichen Folgen etc. gibt. Was ja auch aus den Verträgen der Pharmahersteller mit der Bundesregierung hervorgeht, die kürzlich „geleakt“ wurden. Wir wissen nicht, was da in Zukunft passiert. Kosten für Impfschäden müssen die Pharmaunternehmen auch nicht tragen.

Würde man den Skeptikern sogenannte Totimpfstoffe anbieten, wie sie beispielsweise in Asien eingesetzt werden und von der WHO zugelassen sind, hätten wir vielleicht ein anderes Bild. Stattdessen zwingt man den Menschen diese neue, wenig geprüfte Behandlungsmethode auf … Warum? Was ist der Hintergrund?

Das ist eine gute Frage, die sich jeder mündige Bürger stellen sollte …Themenwechsel: Mitte August haben die Taliban „völlig überraschend“ Kabul eingenommen und die gewählte afghanische Regierung gestürzt. Ex-Präsident Ghani flüchtete angeblich mit 169 Millionen US-Dollar Bargeld im Gepäck nach Abu Dhabi. Nun fragen sich Militär-Experten, wie dieser Taliban-Sieg möglich war. Denn die afghanische Armee bestand aus 300.000 Soldaten, vom Westen gut ausgebildet und mit Hightech-Ausrüstung ausgestattet. Zudem mit einer intakten Luftwaffe. Die 100.000 Taliban hingegen seien „Bettler in Sandalen, mit Kalaschnikows“. Doch hat sich die hochgerüstete Staatsarmee anscheinend gar nicht gewehrt, und es ist kaum zu Kämpfen gekommen. Wie haben Sie dieses seltsame Spektakel wahrgenommen?

Dirk Müller: Es ist etwas, das wir seit Jahrzehnten immer wieder erleben, wie etwa in Vietnam oder anderen Ländern: Immer war es ein Kampf gegen die Bevölkerung, ein Versuch, die westlichen Ideale, Werte und Wertvorstellungen anderen Völkern überzustülpen. Nach dem Motto: Das müssen die doch auch alle toll finden – tun sie aber nicht! Zumindest nicht in der großen Mehrzahl. Darum fragten sich auch viele Afghanen: Warum sollen wir für die Werte anderer kämpfen? Wenn die als Machthaber weg sind, müssen wir denen auch nicht mehr nach dem Mund reden.

Viele Afghanen, die damals zum Militär gegangen sind oder sich auf die amerikanische Seite geschlagen haben, haben es getan, weil sie dafür bezahlt wurden. Man ist es gewohnt, immer denen zu dienen, die gerade an der Macht sind. Das hat man über Jahrhunderte gelernt. Und als klar war, die lassen uns im Stich, von denen ist nichts mehr zu erwarten, da wechselte man eben die Seiten.

Zudem haben es die Taliban sehr geschickt gemacht. Sie waren ja schon in den Städten überall präsent. Sie sind nicht von außen auf die Städte zugestürmt, sondern haben über Jahre ihre Schläferzellen mit jeweils hunderten von Kämpfern in den einzelnen Städten platziert, die dort undercover gelebt haben und dann – als es Zeit war – bewaffnet aus ihren Wohnungen gekommen sind. Die Taliban mussten nicht von außen die Städte einnehmen, die waren schon drin. Und man kann ja nicht die eigene Stadt bombardieren.

Während die Taliban alles von langer Hand vorbereitet haben, wurde vom Westen her absolut dilettantisch agiert. Anscheinend war die mächtigste Militärmacht der Welt nicht in der Lage, einen geordneten Rückzug zu organisieren. Und die politische Aussage, das Ganze sei überraschend passiert, ist ein Witz!

Aber eine Frage muss man sich schon stellen: Was bedeutet diese Situation für den amerikanischen Staat? Wir haben ja in jeder Regierungsform eine ähnliche Aufteilung. Wir haben einen Präsidenten oder einen König, der erklärt, wie er sich das Land vorstellt. Dann gibt es eine Regierungselite, die beauftragt ist, diese Vorstellungen umzusetzen und den Staat zu organisieren. Dazu das Volk, das individuelle Bedürfnisse hat.

Das heißt, der Vertrag zwischen der regierenden Elite und dem Volk, also der breiten Masse, ist: Wir garantieren euch innere und äußere Sicherheit, stellen den Ordnungsrahmen dar, damit ihr euch um nichts kümmern müsst. Als Gegenleistung bringt das Volk Loyalität gegenüber dem Staatswesen und bezahlt seine Steuern. Das ist der Vertrag, der seit Jahrtausenden in fast allen Regierungsformen gilt. Und jetzt haben wir in den USA die Situation, dass der Staat, dass die Regierungselite diesen Vertrag – offenkundig und für jeden sichtbar – zunehmend nicht mehr erfüllt. Man baut landesweit Polizeistationen ab, was zu Unruhen auf den Straßen führt. Nun ist man auch nicht mehr in der Lage, außenpolitisch Sicherheit zu gewährleisten, sondern lässt sich durch eine Horde mittelalterlich ausgerüsteter Paschtunen über den Haufen rennen.

Je mehr der Staat seine Aufgaben nicht mehr erfüllt, desto größer ist die Gefahr, dass das Volk seinerseits seine Loyalität aufkündigt. Die herrschende Elite verliert so ihre Machtposition. Aber irgendwer wird die dann wieder übernehmen. Während das in Afghanistan die Taliban sind, sind es im Westen dann vielleicht Konzernstrukturen, die sich als Lösung anbieten und das Machtvakuum füllen …

Das ist ein interessanter Gedanke. Es sind ja wohl schon jetzt mehr von Konzernen finanzierte Söldner in den Krisengebieten als staatliche Militärs.

Dirk Müller: Das ist zunehmend der Fall, ja. Schauen wir nur auf die Opiumproduktion in Afghanistan: die hat sich vervierfacht, nachdem die Amerikaner ins Land gekommen sind. Diese Plantagen werden teilweise von Söldnern geschützt. Ich bin gespannt, wie sich das unter den Taliban entwickelt.

Hier noch etwas für all jene, die gerne auf Zeichen achten: Das Bild eines US-Militär-Flugzeugs, umringt von hunderten flüchtenden Afghanen, ging millionenfach geteilt um die Welt. Es ist leicht im Internet zu finden und quasi das Symbol für die Invasion der Taliban und die Flucht der Amerikaner nebst Kollaborateuren. Wer genau hinschaut, sieht, dass die Flugzeugnummer 1109 ist, was stark an den 11. September erinnert, der sich gerade zum 20. Mal jährt und angeblich der Grund für die Besetzung Afghanistans war. Alles Zufall oder ein Signal? Und an wen ist es gerichtet?

Dirk Müller: Zum einen bestätigt dieses Bild das, was ich gerade gesagt. Der amerikanische Staat wird zunehmend vorgeführt oder zeigt sich selbst als „nicht Herr der Lage“. Und das ist eine sehr gefährliche Situation. Was die Flugnummer 1109 angeht, da bin ich überfragt. Vielleicht ist es tatsächlich ein Zufall …

Ja, wer weiß? Um an Ihren Gedanken anzuknüpfen: Ein US-Präsident Biden erscheint tatsächlich alles andere als Herr der Lage oder gar mächtigster Mann der Welt …

Dirk Müller: Und das ist definitiv kein Zufall! Wenn ich einen solchen Mann in Position bringe, von dem jeder weiß, dass er nicht mehr selbständig gerade sprechen kann, dann habe ich einen Grund, dies zu tun. Jetzt könnte man sich wieder fragen: Wer hat ein Interesse daran, einen solch schwachen Präsidenten aufzustellen, der seine Aufgabe gar nicht erfüllen kann?

Auch diese Frage lassen wir offen. Es kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Laut Innenminister Seehofer werden sich nun geschätzte fünf Millionen Afghanen auf den Weg nach Deutschland machen. Einige Politiker fordern bereits, zumindest all jene aufzunehmen, die mit dem Westen kooperiert haben. Auch diese Diskussion trägt sehr viel Zündstoff in sich, da bereits heute ca. 270.000 afghanische Asylbewerber in Deutschland leben, größtenteils ohne Einkommen. Die Kriminalitätsstatistik 2020 zeigt zudem, dass über 18 Prozent aller Sexualstraftaten und auch viele Drogendelikte von dieser Minderheit ausgehen. Gefolgt von syrischen Straftätern. In Berlin führt die Polizei einen fast aussichtslosen Kampf gegen arabische Clans mit teilweise tausenden von Mitgliedern. Anstatt die bösen „Querdenker“ zu kriminalisieren, wäre es sicher an der Zeit, unsere Zuwanderungspolitik zu überdenken. Eine weitere von vielen Baustellen hierzulande.

Kommen wir zum Thema Börse. Hier habe ich – ehrlich gesagt – etwas den Überblick verloren. Was hat sich in Sachen Weltfinanz in den letzten drei Monaten getan? Und was erwartet uns in den nächsten drei Monaten?

Dirk Müller: Wir haben nach wie vor Riesenprobleme, was die Versorgungslage der Industrie angeht. Und wir wissen nicht, was über das Winterhalbjahr an wirtschaftlichen Entwicklungen kommt. Der Wahnsinn und die Geldorgien an den Börsen gehen weiter. Das Narrenschiff fährt mit immer höherem Tempo voraus. Ein Narrenschiff, bei dem die Narren oben auf der Brücke sitzen, die verrücktesten Dinge tun und sich währenddessen totlachen - und dabei im Moment auch eine Party feiern und Erfolg haben. Wer nicht mitspielt, wird belächelt und als unwissend bezeichnet.

Für uns „Alt-Börsianer“, die wir seit 20 oder 30 Jahren an den Börsen aktiv sind, ist das wirklich eine Situation, die sich mit allem, was wir einmal gelernt haben, nicht mehr vernünftig erklären lässt. Es fehlt komplett die Logik. Daher ist es ratsam, sich etwas zurückzuziehen und die Wahnsinnigen machen zu lassen. Irgendwann ist die Party dann urplötzlich zu Ende …

Wie immer zum Schluss die Frage: Was stimmt sie zuversichtlich in diesen schwierigen Zeiten?

Dirk Müller: Meine Zuversicht kommt aus der Erkenntnis, dass sich alles in Wellen bewegt und das Pendel einmal in die eine, dann auch wieder in die andere Richtung ausschlägt. So haben wir in der Vergangenheit großen Raubbau an der Natur betrieben, nun dreht sich das Thema in das extreme Gegenteil bis zum Verbot der Strohhalme. Zuerst einmal jedoch ist es richtig und wichtig, dass wir umdenken, auch wenn es anfänglich über das Ziel hinausschießt. Irgendwann pendelt es sich ein.

Ich für meinen Teil versuche, das Beste aus der Situation zu machen und neue Prioritäten zu setzen. Von den Verrücktheiten halte ich mich so gut es geht fern. Ich mache derzeit auch keine Vorträge mehr, da ich unter 3G- oder künftig 2G- oder gar 1G-Bedingungen keine Veranstaltungen durchführe oder daran teilnehme.

Das führt dazu, dass ich viel mehr Zeit habe als früher. Zeit für die wichtigen Dinge, Zeit, um sie auf dem Fahrrad zu verbringen, Zeit, ein Buch zu lesen, etc. Mein Leben war viel zu vollgestopft mit Aktivitäten, die teilweise oberflächlich waren. Nun habe ich mehr Zeit für das Wesentliche und Tiefgründige. So ist das aktuelle Geschehen also auch ein Geschenk für mich, und ich sage manchmal schmunzelnd und mit etwas Galgenhumor: So ein Lockdown hat auch seine positiven Seiten. (lacht)

Lieber Herr Müller, ganz herzlichen Dank für das interessante und wieder sehr offene Gespräch. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Das Interview führte Michael Hoppe

Der Text erscheint in Kürze in der Zeitschrift „Naturscheck“.