Wohin nur mit dem lieben Geld, wenn man es denn hat? Sichere und gewinnbringende Geldanlagen sind in heutiger Zeit verzweifelt gesucht. Natürlich bieten Edelmetalle, Fonds und Aktien ausgesuchter Unternehmen eine gewisse langfristige Sicherheit, doch sollte der Grundsatz niemals zu viele Eier in einen Korb zu legen immer beachtet werden. Eine Streuung ist unbedingt von Nöten, denn wer weiß schon, was sich die Politik morgen hinsichtlich Steuern, Verbote und anderer Repressalien einfallen lässt? Ganz abgesehen von jederzeit möglichen schweren Verwerfungen in Bezug auf unser Geld- und Wirtschaftssystem, das unabdingbar abhängig ist von immer neuen solventen Schuldnern. Ohne neue Schulden läuft in diesem System rein gar nichts und ein Zusammenbruch wäre unabwendbar. Es ist also sicherlich keine schlechte Idee, sich den ein oder anderen schuldenfreien Sachwert ins Depot zu legen oder eventuell in die Garage zu stellen.

Womit wir beim Thema wären: Welche Chancen bieten Old- & Youngtimer als Geldanlage? Worauf sollte man achten und welche Risiken bestehen? Schließlich ist das Automobil immer noch des Deutschen liebstes Kind, auch wenn sich bei der heutigen Jugend das Verhalten langsam ändert und andere Prioritäten gesetzt werden. Doch wer schon einmal ein Oldtimertreffen besucht hat, weiß wie viel Liebe und Enthusiasmus der ein oder andere Zeitgenosse in alte Autos steckt.

Expertise ist ein Muss

Wie bei allen Geldanlagen, sollte man sich auch vor dem Kauf eines Old- oder Youngtimers unbedingt mit der Materie vertraut machen und den Markt intensiv studieren. Wer keine Ahnung hat, kann sich schnell die Finger und sein Geld verbrennen. Studieren Sie zudem Fachzeitschriften und verfolgen Sie die vielen Diskussionen auf den zahlreichen Internetportalen zum Thema. Und was für den Kauf eines normalen Gebrauchtwagens gilt, gilt erst recht für den Kauf eines noch viel älteren Autos. Ziehen Sie unbedingt einen oder besser zwei Kfz-Sachverständige zu Rate, die den Old- oder Youngtimer untersuchen und objektiv bewerten. Auch wer glaubt, selbst Experte zu sein, sollte sich immer eine zweite Meinung zum Fahrzeug einholen. Ebenso ist es wichtig, eine möglichst lückenlose Dokumentation hinsichtlich Vorbesitzer, einer evtl. Restaurierung, Unfälle und der gesamten Historie des Schätzchens zu bekommen. Bedacht werden sollte auch, dass abgesehen vom Kaufpreis weitere Kosten für die Unterbringung des Fahrzeugs entstehen. Eine temperierte Garage ist ein Muss und in vielen Großstädten und Regionen gar nicht so leicht zu bekommen.

Hat man diese Punkte beachtet und sich für ein Fahrzeug entschieden, gibt es zwar immer noch keine Garantie, dass der Wert des Fahrzeugs schnell steigt, trotz allem ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass der Wert langfristig dramatisch sinkt.

Porsche ist immer eine Option

Schaut man sich auf dem Markt um, muss man feststellen, dass die Sportwagen aus Zuffenhausen von jeher einen sehr geringen Wertverlust nicht nur in jungen Jahren aufweisen. Gerade die Modelle 911 aus den 1960iger und 1970iger Jahren sind in den letzten Jahren deutlich wertvoller geworden. Und wer hätte in den 1980iger Jahren gedacht, dass der damals verlachte Porsche 924 ein begehrtes Kultauto werden würde? Beachtet man die oben aufgeführten Punkte beim Kauf, kann man davon ausgehen, dass man sein Geld gut angelegt hat. Ganz abgesehen von dem Spaßfaktor, den man bei einer Ausfahrt an einem schönen  sonnigen Tag erleben darf. Ohne Frage: Oldtimer sind ein schönes Hobby und regelmäßige Ausfahrten lassen den Eigentümer seine Geldanlage auf besondere und lustvolle Weise genießen.

Youngtimer mit Risiko

Solange man seine Investition gut hegt und pflegt, ist das Risiko bei Oldtimern Geld zu verlieren sehr gering. Ein wenig anders sieht es bei den deutlich billigeren Youngtimern aus. Man braucht Glück und ein gutes Näschen, um bei den jüngeren-älteren Autos Garagengold zu erwischen. Vielversprechende Kandidaten für eine gute Wertentwicklung sind unfallfreie und gepflegte Kandidaten des Typs Mercedes 190, die Mercedes W-124 Baureihe, der VW „Bus“ T3, das Audi Coupe S2, das Volvo Cabriolet C70 und der Golf II. Auch wenn der Wert eines Youngtimers nicht automatisch schnell steigen muss, gilt das Gesetz der natürlichen Auslese. Je mehr Jahre vergehen, desto weniger Fahrzeuge gleichen Typs sind verfügbar. Ein gepflegtes Auto im Originalzustand mit möglichst geringer Laufleistung wird daher immer einen Käufer finden und einen guten Preis bringen. Solange man Youngtimer als langfristige Investition oder „Riester-Ersatz“ sieht, besteht zwar ein Risiko, dass der Wert im Vergleich zu anderen Modellen unterproportional steigt, eine bessere Verzinsung als bei einer Bank ist aber allemal drin. Zudem sollte man sich bei Youngtimern an weitaus höhere Wertschwankungen als bei Oldtimern gewöhnen.     

Auch kann man sich nie sicher sein, dass sich ein steigender Preis über die Jahre immer kontinuierlich fortsetzt. Auch am Old- und Youngtimer-Markt kann es selbstverständlich immer wieder zu vorübergehenden Einbrüchen kommen.

Aber was soll´s? Die Aktien- und Edelmetallmärkte lassen grüßen. Sicher im Leben ist nur eins und bis dahin kann man sich durchaus einmal Gedanken machen, ob ein Old- oder Youngtimer als Lustobjekt nicht doch eine Alternative zur klassischen Geldanlage sein könnte.


Viele weitere Informationen zum Thema erhalten Sie beim Ansehen meines CK*Video-Interviews mit dem Kfz-Sachverständigen und Oldtimer-Experten Andreas Marx.