Australien: Neue Front gegen China

Die australische Forderung nach einer internationalen Untersuchung in Bezug auf den Ursprung des neuen Coronavirus hat inzwischen zur Eröffnung einer neuen Front im globalen Handelskrieg geführt, nachdem China Rindfleischimporte aus Down Under in einem Volumen von 3,5 Milliarden US-Dollar gebannt und mit einer zusätzlichen Erhöhung der Getreideimportzölle gedroht hat.

Delisting von China-Aktien, Schuldenstreichung & Blockierung von SDR-Neuemission seitens der IWF – Trump holt richtig aus

Laut den gestern in einem Interview gegenüber FoxBusiness getätigten Aussagen Donald Trumps werde innerhalb der US-Administration gerade ein Delisting von chinesischen Aktien von der New Yorker Börse (NYSE) erörtert, ein Vorschlag, den Donald Trump übrigens schon einmal im September letzten Jahres kundgemacht und öffentlich verfolgt hatte.

Eine solche Entwicklung wäre aus Sicht der zuletzt getroffenen Entscheidung, das föderale Pensionssystem in den Vereinigten Staaten davon abzuhalten, zukünftig in durch chinesische Unternehmen emittierte Aktien zu investieren, eine logische Folge. Trump sinnierte im Zuge seiner gestrigen Interview-Aussagen zudem darüber, was geschehen würde, wenn die USA ihre bilateralen Beziehungen zur Volksrepublik China komplett abbrächen.

Trump gab selbst eine Antwort auf diese rhetorische Frage, darauf hinweisend, dass die USA in diesem Fall eine halbe Billion USD einsparen würden, weil das US-Finanzministerium in einem solchen Fall die Entscheidung treffen würde, Amerikas gegenüber China ausstehende Schulden einseitig zu streichen. Vor Kurzem hatten die USA zudem eine Neuemission von Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds blockiert (ich berichtete).

Auch China braucht händeringend USD!

Diese Entscheidung erfolgte augenscheinlich in vollem Bewusstsein, wie sich die Situation an den Eurodollar-Märkten und der dort einsetzende Run auf US-Dollars zurzeit gestaltet. Auch die Volksrepublik China erweist sich nicht als Ausnahme von der Regel, weshalb in China bereits seit geraumer Zeit alles Erdenkliche unternommen wird, um Kapitalflucht und Abzug von Geldern aus der Heimat zu stoppen.

Bitte machen Sie nicht den Fehler, die durch China gehaltenen US-Staatsanleihen zu sehr überzubewerten. Es handelt sich um einen Tropfen auf den heißen Stein, den China benötigen würde, wenn es im heimischen Bankensystem scheppern würde, eine Entwicklung, die längst schon begonnen hat (und zwar vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie). China verfügt nicht über Zugang zu US-Dollars, braucht diese jedoch händeringend, wie auch die meisten anderen Schwellen- und Entwicklungsländer.

Dass der Yuan/Renminbi im Angesicht dieser Entwicklungen inzwischen immer stärker unter Abgabedruck zu kommen scheint, wird hierzulande nur selten und durch eine geringe Anzahl von Beobachtern kommentiert. Aus meiner persönlichen Sicht erweckt es den Eindruck, als ob die Volksrepublik China wirtschaftlich Schritt für Schritt von anderen wichtigen Märkten auf der Welt abgekoppelt werden soll.

Lesen Sie hierzu bitte auch diesen Newsweek-Bericht, aus dem hervorgeht, wie chinesischen Offiziellen seitens Washingtons fortan begegnet werden soll.

Unter diesem Link findet sich die entsprechende Reaktion der chinesischen Global Times von gestern, die fragt, ob US-Präsident Donald Trump noch alle Tassen im Schrank habe, einen möglichen Bruch der sino-amerikanischen Beziehungen in einem öffentlichen Interview anzukündigen?!

Brüssel positioniert sich nicht – und droht zwischen den Mächten zerrieben zu werden

In der Europäischen Union gibt es bislang erwartungsgemäß keinerlei Anzeichen, die darauf hindeuten würden, auf welche Weise sich der Wirtschaftsraum in diesem sich abzeichnenden Kampf zwischen angelsächsischer Welt und China zu positionieren beabsichtigt. Vielleicht hat Brüssel auch keinen adäquaten Plan, wie es hierauf zu reagieren gilt, in diesem Angesicht vielmehr in einer Form der Paralyse wie das Kaninchen auf die Schlange starrend.

Aus diesem Blickwinkel stellt sich einmal mehr die Frage, welchen Einfluss Brüssel auf die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU eigentlich noch ausübt?! Sollte es sich im Falle Brüssels um einen supranationalen Körper handeln, der die Politik im EU-Raum zu koordinieren und durch eigene Vorschläge zu beeinflussen versucht, so gleicht Brüssel in diesen Tagen einem Bild des Elends, dem seitens seiner Mitglieder immer weniger Vertrauen geschenkt wird.

Im Fall von Italien handelt es sich nur um die Speerspitze in diesem internen Machtkampf. Trumps gestern getätigte Aussagen werden, falls es zu deren realer Umsetzung kommen sollte, im Angesicht einer massiven Zuspitzung der internationalen Lage allerdings eine eindeutige Positionierung voraussetzen. Es wird irgendwann nicht mehr ausreichen, zwischen den Stühlen zu sitzen, da die EU andernfalls durch diese Kräfte zermahlt werden könnte.

Peking will Klagen oder Gesetze nicht anerkennen - und droht mit persönlicher Sanktionsliste

Eine Antwort auf die aktuellen Ereignisse in den USA erfolgte gestern sogleich aus China. Die Volksrepublik China lehne es danach ab, sich den potenziellen Urteilen im Hinblick auf im Ausland eingereichten Gerichtsklagen zu unterwerfen. Potenziell im Ausland ausgearbeitete Gesetzesentwürfe, welche der Volksrepublik China an dem globalen Pandemie-Ausbruch die alleinige Schuld geben, würden in der Heimat ebenfalls nicht anerkannt.

Vielmehr muss aus aktueller Sicht davon ausgegangen werden, dass es in China schon bald zu einer Verkündung von Gegensanktionen gegen die Vereinigten Staaten und andere westliche Länder kommen wird, nachdem eine Reihe von hochrangigen US-Senatoren vor wenigen Tagen ein Sanktionsgesetz gegen die Volksrepublik China in den US-Kongress eingebracht hat.

Zumindest warnt die Global Times, das mediale Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, vor einer solchen Entwicklung. Danach könnten sich sowohl zahlreiche Mitglieder des US-Kongresses wie auch verschiedene US-Regierungsrepräsentanten demnächst namentlich auf einer durch die Pekinger Regierung ausgearbeiteten Sanktionsliste befinden. Wie wird eine solche Maßnahme begründet?

„Hetzkampagnen und mediale Dämonisierungen“ als Grund für „schmerzhafte“ Sanktionen

Begründet wird diese Maßnahme auf Basis der Involvierung der betreffenden Personen in „Hetzkampagnen und mediale Dämonisierungen“ gegen die Volksrepublik China sowie deren wiederholt öffentlich verlautbarten Vorwürfen, laut denen die Volksrepublik China für den globalen Pandemie-Ausbruch allein verantwortlich sei. Einzelne Personen, die hiervon betroffen sein könnten, werden namentlich auch bereits genannt.

Schmerzhaften“ Gegensanktionen blicke beispielsweise der republikanische US-Senator John Hawley aus Missouri ins Auge, der an einem Mitte April eingebrachten Gesetzentwurf seines Bundesstaats, dessen Annahme es amerikanischen Staatsbürgern ermöglichen würde, die Staatsregierung der Volksrepublik China vor Gerichten aufgrund einer angeblichen Vertuschung der Wahrheit über den Epidemie-Ausbruch in China zu verklagen, federführend gewesen ist.

Auch dessen Senatskollege Tom Cotton aus dem Bundesstaat Arkansas wie auch der texanische Kongressabgeordnete Dan Crenshaw, befinden sich auf der Beobachtungsliste der Chinesen ganz oben. Sowohl Cotton als auch Crenshaw haben ähnliche Gesetzentwürfe ausgearbeitet und eingebracht, weshalb gegen beide Personen Gegensanktionen verhängt werden könnten.

Chef-Staatsanwalt Eric Schmitt aus Missouri, der China im Namen seines Bundesstaats inzwischen offiziell angeklagt hat, befinde sich ebenfalls auf der Sanktionsliste Chinas. Im Bericht der Global Times heißt es, dass China im Angesicht dieser Entwicklungen nicht nur symbolisch zurückschlagen dürfe, sondern schmerzhafte Gegensanktionen auf den Weg bringen müsste.

Bundesstaat Missouri würde bei Exportbann drittgrößten Absatzmarkt verlieren

In diesem Zuge könnte der gesamte Bundesstaat Missouri für das Verhalten von dessen Gesetzgebern und dessen Justizsystem bestraft werden, wie es weiter heißt. Aus Sicht von Missouri handele es sich im Falle Chinas nämlich um den drittgrößten Exportmarkt auf der Welt. Ein möglicherweise zu verhängender Importbann durch die Pekinger Regierung würde den US-Bundesstaat um Milliarden US-Dollars von Einnahmen bringen. Unternehmen aus Missouri hätten über die letzten Jahre auch vielfältig in China vor Ort investiert.

Der jüngst durch den republikanischen US-Senator Lindsay Graham in den US-Kongress eingebrachte Gesetzentwurf namens Covid-19 Accountability Act droht China mit einer Verhängung von US-Sanktionen, falls sich Peking dem Beginn einer internationalen Untersuchung in Bezug auf den Ursprung des neuen Coronavirus verweigern sollte.

„Was heißt das für mich konkret!?“

Konkret heißt das, dass die seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump beginnenden Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China nun in ihre heiße – und womöglich finale – Phase eintreten werden. Entwicklungen dieser Art führten in der Vergangenheit stets zum Ausbruch von militärischen Konflikten.

Ich hatte Ihnen seit Jahresbeginn berichtet, dass sich die USA auf den Ausbruch eines militärischen Konflikts mit China zusehends vorbereiten, was im Angesicht von zuletzt abgehaltenen Atomschlagsimulationen auf die Russische Föderation im Bundesstaat Nebraska unter persönlicher Teilnahme von US-Verteidigungsminister Mark Esper auch Russland mit einzuschließen scheint (HIER und HIER).

Vor wenigen Tagen ließ die Meldung aufhorchen, laut der Chinas Staatsmedien hochrangige Militäroffizielle der Volksrepublik zu einer Verdreifachung des Atomwaffenarsenals Chinas auf mindestens 1.000 Sprengköpfe gedrängt haben, weil die Vereinigten Staaten in China verstärkt als Aggressor wahrgenommen werden, der es auf das Führen eines Krieges mit dem eigenen Land anlegen könnte.

Behalten Sie diese Entwicklungen im Auge und unterschätzen diese aktuellen Vorgänge vor allem nicht. Niemand hat auch nur den Hauch einer Vorstellung davon, wie gestern auch seitens George Soros bestätigt, wie die Welt wirtschaftlich aus dieser Nummer wieder herauskommen soll. Innenpolitische Turbulenzen lassen sich in diesen Tagen nicht nur in den USA, sondern auch in China und vielen anderen Ländern dieser Erde beobachten.

Für gewöhnlich wurde durch Staatsregierungen stets der Versuch unternommen, innenpolitische Turbulenzen und Gefahren auf erklärte „Feinde“ im Äußeren abzulenken. Rufen Sie sich in diesem Zuge auch bitte in Erinnerung, dass in den USA mittlerweile offiziell 36,5 Millionen Menschen – und in China wahrscheinlich bis zu 70 Millionen Menschen – arbeitslos sind.

Ein Krieg wäre aus dieser (psychopathischen) Sichtweise ein gangbarer Weg. Unsere Menschheitsgeschichte ist voll von solch stümperhaften und schicksalhaften Ereignissen. Und heute soll alles anders sein? Gar nichts ist anders, wie die aktuellen Entwicklungen zeigen. So wenig Ihre politische Führung Sie als Bürger danach gefragt hat, ob Sie sich mit Lockdowns und einer Abriegelung Ihrer Wirtschaft einverstanden geben, so wenig wird man Sie fragen, ob Sie bereit dazu sind, wieder einen Stahlhelm aufzusetzen.

Was Japan und Nazi-Deutschland einst waren, sind aus heutiger Sicht China und Russland - eine Bedrohung der Full Spectrum Dominance aus Sicht der USA und deren angelsächsischen Partnern.