Ähnlich wie die Weltbank zuvor, schließt sich auch der Internationale Währungsfonds der Sichtweise an, dass der globalen Wirtschaft schwere Zeiten bevorstehen. Jüngste Prognosen des Internationalen Währungsfonds gehen von einer tiefen Rezession im Jahr 2020 aus, die in ihrer Intensität ungesehen seit jenen Jahren der großen Depression in den 1930ern sei.

Aus einem gestern veröffentlichten Bericht geht hervor, dass der IWF mit einer Schrumpfung in Höhe von 4,4 Prozent im Gesamtjahr 2020 rechnet. Die neue Prognose ist damit ein wenig optimistischer als der vorherige Ausblick im Monat Juni, in dem noch mit einer Schrumpfung der globalen Wirtschaft in Höhe von 5,2 Prozentpunkte gerechnet wurde.

  

Jedoch sagt der IWF mit Blick auf das Jahr 2021 ein weltweites Wachstum in Höhe von 5,2 Prozent voraus, was leicht unterhalb der im Juni getätigten Schätzung von 5,4 Prozent liegt.

  

Bei Bloomberg heißt es hierzu, dass sich in der moderat verbesserten Wachstumsprognose des IWF für das laufende Jahr eine weniger stark als zuvor vermuteter Abschwung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten und in der Eurozone im zweiten Quartal widerspiegele. Auch in der Volksrepublik China habe das Wachstum wieder angezogen, weswegen es Anzeichen für eine stärkere Erholung der globalen Wirtschaft im dritten Quartal gäbe.

Mit Ausnahme der Volksrepublik China werden alle Industriestaaten sowie Schwellen- und Entwicklungsländer auf Basis der aktuellen Prognosen des IWF bis ins Jahr 2021 hinein weit unterhalb der im Jahr 2019 erreichten Niveaus in der jeweiligen Wirtschaftskraft verharren.

Es soll an dieser Stelle die Einschränkung gemacht werden, dass es schwerfällt, sich dieser Sichtweise vorbehaltlos anzuschließen. Denn sollten sich die aus der Volksrepublik China vermeldeten Wirtschaftsdaten als ebenso valide und tragfähig erweisen, wie dies mit Blick auf die Coronavirus-Zahlen der Fall ist – wovon ausgegangen werden muss – so würde sich zeigen, dass sich die Dinge recht schnell zu relativieren begännen.

Heißt in der Übersetzung, dass es schwerfällt, den offiziell aus der Volksrepublik China vermeldeten Daten vorbehaltlos Glauben zu schenken. Nichtsdestotrotz wird beim IWF davon ausgegangen, dass der globalen Wirtschaft nach dem laut eigener Aussage „katastrophalen Einbruch“ „eine langwierige und von sehr hoher Unsicherheit geprägte Erholung“ bevorstünde.

Zwar habe die globale Wirtschaft damit begonnen, sich aus dem durch eine Verhängung von Lockdowns verursachten Loch herauszuarbeiten. Allerdings hielte die durch das Coronavirus verursachte Pandemie nach wie vor an, was in einer großen Anzahl von Ländern zu einer Verlangsamung des Prozesses eines Wiederhochfahrens der jeweiligen Wirtschaften geführt habe.

In einigen Nationen, darunter Israel und nun auch einer Reihe von europäischen Staaten, käme es darüber hinaus erneut zu einer Verhängung von landesweiten oder partiellen respektive regionalen Lockdowns, um ein Überspringen des neuartigen Coronavirus auf gesellschaftliche Risikogruppen zu verhindern.

  

Grundlegendes Problem ist, dass die anhaltende Pandemie die finanzielle Ungleichheit in der Gesellschaft über die vergangenen Monate noch extrem befördert hat. Die Ärmsten unter den Armen sehen sich dazu mit weitem Abstand mit am härtesten durch die aktuelle Situation betroffen und gefährdet, da es an finanziellen Ressourcen mangelt, um durch eine derart lange anhaltende Gesundheits- und Wirtschaftskrise hindurchzusteuern.

Diese Entwicklung hat auch damit etwas zu tun, auf welche Weise Regierungen und Notenbanken Fiskalstimulierungen und frisch aus dem nichts erzeugtes Notenbankgeld unter gesellschaftlichen Schichten und Menschen verteilen. Ähnlich wie zu Zeiten der globalen Finanz- und Bankenkrise erfreuen sich allen voran Mega-Konzerne staatlicher Bailouts und Bondmarkt-Interventionen durch Zentralbanken.

Laut IWF-Schätzungen bestünde aus aktueller Sicht die große Gefahr darin, dass im laufenden Jahr weitere rund 90 Millionen Menschen weltweit direkt in einen Zustand der „extremen Armut“ taumeln werden. Zudem blickten alle Nationen dieser Erde laut IWF dem Problem ins Antlitz, wieder auf die im Jahr 2019 erreichten Aktivitätsniveaus zurückzukehren.  

Gleichzeitig werde es zu einer rasanten Expansion der weltweiten Verschuldung kommen. In diesem Zuge müsse in erster Linie gewährleistet werden, dass Zentralbanken rund um den Globus ihre Unabhängigkeit wahrten. Ach ja, tatsächlich? Vielleicht sollte der IWF einmal sehenden Auges nach Japan oder in die USA blicken!

Abschließend weist der IWF darauf hin, dass rekordniedrige Zinsen einen Beitrag dazu leisten würden, die wirtschaftliche Lage im Jahr 2021 zu stabilisieren. Zukünftig würden politische Führungen und Regierungen jedoch nicht darum herumkommen, die eigene Steuerbasis teils deutlich auszuweiten und anzuheben, während große Konzerne darauf verpflichtet werden müssten, ihren fairen Anteil an dem allgemeinen Steueraufkommen zu leisten.

Zum selben Zeitpunkt seien unnötige Ausgaben zu reduzieren oder in Gänze aufzugeben, wie der IWF mahnt.

Diese Zusammenfassung für CK*Wirtschaftsfacts basiert auf einem Bericht auf der Seite des Finanzblogs Zerohedge.

„Was heißt das für mich konkret!?“ (Roman Baudzus)

Erstens: Glauben Sie an ein globales Wachstum von 5,2 Prozent im kommenden Jahr, wenn Sie Ihren gesunden Menschenverstand einschalten? Blicken Sie nur nach Europa, wo sich Regierungen mit Reiseeinschränkungen, der Erwägung von neuen Lockdowns samt einer Verhängung von neuen regionalen Lockdowns zu überbieten beginnen. Wie wird sich diese Entwicklung auf eine europäische Wirtschaft auswirken, die jetzt schon in vielerlei Bereichen in den Seilen hängt?!

Zweitens: Wie wird sich diese Situation in Europa auf den Rest der Welt auswirken? Denken Sie an die darniederliegende Flug- und Tourismusindustrie! Schon jetzt zeichnet sich ab, dass eine ganze Reihe von klassischen Tourismus-Nationen diesen Schock wohl nicht überstehen werden, heißt, dass es dort zu einem Hagel von Pleiten und Bankrotten kommen wird!

Drittens: Der IWF hat in keiner Weise die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA in seiner Prognose berücksichtigt. Was geschieht, wenn es am Wahltag keinen Sieger unter beiden Kandidaten geben wird, die Briefwahlauszählungen sich tage- und wochenlang hinziehen, worauf sich beide politischen Lager zum Sieger erklären würden? Die USA würden in diesem Fall in eine Verfassungskrise stürzen, die Gewalt auf den Straßen unter aller Voraussicht noch massiv zunehmen. Die Wirtschaft würde in einem solchen Szenario wahrscheinlich teilweise kollabieren.

Viertens: Der IWF stützt sich auf aus der Volksrepublik China übermittelte Daten, die in kaum einem Bereich überprüfbar sind, und deren Validität aus diesem Grunde anzuzweifeln ist.

Abschließend sei gesagt, dass die aktuellen Entwicklungen nicht für einen Rebound des globalen Wachstums in der durch den IWF prognostizierten Größenordnung, wenn ein solcher überhaupt für einen solchen, sprechen.