Nicht die Anzahl der Beschäftigten ist gestiegen, sondern die Anzahl der Jobs denen Arbeitnehmer nachgehen!

Beispielsweise berichtete das BLS, dass die Anzahl der mehreren Tätigkeiten gleichzeitig nachgehenden Arbeitnehmer von Juni auf Juli auf 233.000 Personen gestiegen sei, was 85.000 Personen mehr als den gemeldeten 148.000 neuen Stellen im Privatsektor entspricht. Wir blicken also nicht auf ein Mehr an Personen, die einer Beschäftigung nachgehen.

Vielmehr blicken wir auf einen signifikanten Anstieg an Personen, die zwei oder mehreren Beschäftigungen gleichzeitig nachgehen. Allein seit dem Monat Mai hat sich die Anzahl der Personen, die zwei oder mehreren Beschäftigungen gleichzeitig nachgehen, um 534.000 (!) erhöht.

Auch Verrentung kein Gegenargument: Arbeitnehmerquote unter Menschen im Rentenalter auf höchstem Niveau der letzten sieben Jahre

Das Insistieren auf eine sinkende Arbeitslosenquote im Verlauf der letzten Dekade deckt sich nicht mit der in diesem Zeitraum stark gefallenen Partizipationsquote in Relation zur amerikanischen Erwerbsbevölkerung. Für gewöhnlich steigt die Partizipationsquote in Relation zur amerikanischen Erwerbsbevölkerung, wenn die Jobmarktaussichten gut sind.

Um eine Erklärung für diese Divergenz zu konstruieren, berufen sich Ökonomen auf das Argument, dass sich in dem Rückgang der Partizipationsquote in Relation zur amerikanischen Erwerbsbevölkerung eine wachsende Verrentung der Baby-Boom-Generation widerspiegele.

Wie dem auch sei, berichtete das BLS ergänzend, dass die Partizipationsquote unter Personen im Rentenalter im Monat Juli auf das höchste Niveau innerhalb der vergangenen sieben Jahre geklettert ist.

Pensionäre können ohne Job nicht überleben und junge Menschen fallen aus der Statistik!

Was geschieht hier also tatsächlich? Antwort auf diese Frage ist, dass eine stark zunehmende Anzahl von Rentnern – dank der Nullzinspolitik der Federal Reserve im Verlauf der letzten Dekade – nicht mehr allein von ihren Pensionen und Ersparnissen leben können.

Immer mehr Pensionäre müssen einen Teilzeitjob annehmen, um finanziell monatlich über die Runden zu kommen. Junge Menschen sehen sich auf Basis einer Annahme von Teilzeitjobs indes immer weniger dazu in der Lage, einen unabhängigen Haushalt zu gründen.

Und weil junge Menschen über kein Pensionseinkommen verfügen, das deren magere Saläre aus einer Ausübung von Teilzeitjobs aufpäppeln würde, fallen diese Personen aus der Statistik zur arbeitenden Bevölkerung heraus.

Der Hauptgrund für die offiziell vermeldete Arbeitslosenquote eines solch niedrigen Niveaus leitet sich aus der Tatsache ab, dass jene Millionen von Personen, welche aus der Statistik zur Erwerbsbevölkerung herausgefallen sind, weil sie keine finanziell lebensunterstützende Beschäftigung finden können, nicht als arbeitslos gezählt werden und als solche nicht in die offizielle Arbeitslosenstatistik eingehen.

Wie kann die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe zunehmen, wenn die Branche inaktiver wird?

Doch was machen all diese Leute? Sie leben nach wie vor unter dem Dach ihrer Eltern oder Großeltern und verdingen sich im informellen Sektor – beispielsweise mit Babysitting, Aufpassen auf die Häuser von anderen während deren Abwesenheit, Ausführen von Hunden und anderen Haustieren, Rasenmähen und sonstigen Tätigkeiten dieser Art.

Jeder der monatlich publizierten Arbeitsmarktberichte des BLS wirft Fragen und Probleme auf. Beispielsweise finden sich in dem am letzten Freitag für den Monat Juli veröffentlichten Bericht 16.000 neu geschaffene Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, während der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe zuletzt den vierten Monat in Folge gesunken ist.

Wie erklären Sie sich, dass die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe wächst, wenn die Aktivitäten im produzierenden Gewerbe (bemühen Sie bitte sowohl Markit als auch ISM) in den Keller rauschen?!

Statistiken bescheinigen auch weitere Anomalien und beweisen damit, wer die Deutungshoheit hat…

Eine weitere Anomalie leitet sich anhand der Tatsache ab, dass im laufenden Jahr bereits sieben große Transportunternehmen in den USA zusammengebrochen sind. Wenn die US-Wirtschaft tatsächlich so formidabel laufen würde, warum rauscht die Nachfrage nach dem Transport von Gütern von Industrieproduzenten zu Lagerhäusern und Einzelhändlern dann landesweit in den Keller?!

Wir Amerikaner leben in einer Welt, in der die Erklärungen für die täglichen Geschehnisse kontrolliert werden. Als Fakten und Tatsachen wird ausgegeben, was auch immer den Interessen der herrschenden Eliten dienlich ist. Gleichzeitig dient Identity Politics dazu, die Amerikaner voneinander zu entzweien und sie auseinander zu dividieren.

Wir hören und lesen in den großen Medien weitaus mehr über „weiße Vorherrschaft“ und „Frauenfeindlichkeit“ als über die Agenden, die unsere Existenzen und Leben kontrollieren.

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2019 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy