Washington hat den Syrienkrieg bereits ein Mal verloren. Nun ist es an der Zeit, diesen Krieg auch noch ein zweites Mal zu verlieren. Vor wenigen Tagen gab Russlands Staatspräsident Wladimir Putin eine offizielle Erklärung ab, laut der „ein vollumfänglicher Sieg“ in Syrien verkündet worden ist. Putin hierzu wörtlich:

Vor zwei Stunden hat mich der (russische) Verteidigungsminister darüber ins Bild gesetzt, dass die militärischen Operationen am West- und Ostufer des Euphrat abgeschlossen worden sind – und zwar mit dem Ergebnis einer vollumfänglichen Auslöschung der Terroristen.

Der iranische Kommandant jener Streitkräfte, welche sowohl die syrische als auch die irakische Regierung unterstützen, übersandte eine Mitteilung an die USA, um Washington darüber in Kenntnis zu setzen, dass die in Syrien verbleibenden Militäreinheiten Amerikas niedergekämpft werden, falls dies notwendig werden sollte. 

„Oder die Pforten der Hölle werden sich öffnen“

Der Kommandant der iranischen Revolutionsgarden, Brigadegeneral Haj Qassem Soleimani, übersandte an den Chef der amerikanischen Streitkräfte in Syrien – via Russland – eine verbale Botschaft, aus der hervorgeht, dass die USA ihre Militäreinheiten bis auf den letzten Mann aus Syrien abziehen sollen. „Oder die Pforten der Hölle werden sich öffnen“, wie es hieß.

Wie folgt lautet meine Botschaft an die amerikanische Militärführung: Wenn der Kampf gegen ISIS (beziehungsweise Splittergruppen des Islamischen Staates) endet, wird kein US-Soldat mehr auf syrischem Territorium toleriert. Ich empfehle Ihnen deshalb dringend, sich aus Syrien auf freiwilliger Basis zurückzuziehen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werden Sie dazu gezwungen.“ Quelle: Link

Unter Bezugnahme auf verschiedene Berichte, hat die russische Staatsführung bestätigt, dass iranische Militärkräfte so lange in Syrien stationiert bleiben werden,  wie es der syrische Staatspräsident al-Assad – der auf eine vollumfängliche Befreiung Syriens von allen ausländischen Kräften, inklusive der Amerikaner, pocht – für gut heißt. 

Washington warnt den Iran vor Unterlaufen von amerikanischen Interessen

Washingtons Plan, einen Teil des syrischen Territoriums zu okkupieren und ISIS dabei zu helfen, abermals zu erstarken, ist jetzt schon tot, wie dies voraussichtlich auch für alle US-Truppen in Syrien gelten wird, die diesem Plan geopfert werden sollen.

Wie es in zahlreichen Berichten heißt, übersandte CIA-Direktor Mike Pompeo daraufhin einen Brief an Soleimani, in dem Pompeo seine Bedenken im Hinblick auf ein Unterlaufen von amerikanischen Interessen durch den Iran zum Ausdruck bringt.

Gleichzeitig warnte Pompeo davor, dass Washington „Soleimani und den Iran für jedweden Angriff auf US-Militärpersonal verantwortlich machen wird“. Wie es in diesen Berichten weiter heißt, sei der durch die CIA übersandte Brief auf der Gegenseite verpufft, ohne dass dies dort großartige Reaktionen hervorgerufen hätte. 

US-Antwort stößt auf schweigende Verachtung

Vielmehr wird deutlich, auf welche Form der Verachtung der Brief Pompeos gestoßen zu sein scheint: Mohammad Mohammadi Golpayegani, hochrangiger Gehilfe von Großajatollah Ali Khamenei bestätigte, dass Pompeo den Versuch unternommen hat, einen Brief zu übersenden, doch erklärte dazu: „Soleimani weigerte sich, diesen Brief entgegen zu nehmen, geschweige denn zu lesen, weil er seinem zuvor Gesagten nichts hinzuzufügen hat.

Berichtende Quellen in der Region sind der Auffassung, es sei keineswegs unwahrscheinlich, dass kurdische Truppen, die im Großraum al-Hasaka operieren, und die Vertrauen in die Regierung von Damaskus setzen, bereit dazu sein könnten, als Speerspitze in einem Angriff gegen US-Militäreinheiten zu fungieren.  

Viele dieser Truppen verhielten sich im Bürgerkrieg loyal gegenüber ihrem Land und ihrer Regierung, darüber hinaus jedwede Okkupationsstreitkräfte auf syrischem Boden oder eine Zerschlagung ihres Staatswesens ablehnend.

Assoziationen werden wach bei dem Gedanken an das Jahr 1983, in dem Hunderte US-Marines und französische Paratroopers im Gefolge von zwei Selbstmordattentaten durch Islamisten in Libanons Hauptstadt Beirut getötet wurden. 

Grad der Demütigung ist wahnwitziger Doktrin der Neokonservativen geschuldet

Folge dieser Attacken war, dass amerikanische Streitkräfte in rasantem Tempo das Weite suchten. Zukünftige Geschehnisse könnten diese vergangenen Vorkommnisse gedanklich wieder aufleben lassen. Vielleicht handelt es sich auch nur um Fake News, wer will das schon so genau wissen?!

Doch falls nicht, müssen wir akzeptieren, dass der Grad der Demütigung, den die Vereinigten Staaten von Amerika, deren Regierung und deren Bevölkerung erleben, Resultat der Arbeit der Neokonservativen und deren verfolgter Doktrin zur Welthegemonie der USA ist.

Es waren ebenfalls die Neokonservativen, die unserem Land über einen Zeitraum der letzten sechszehn Jahre einen Krieg gegen Muslime in aller Welt aufgebürdet haben. Gleichsam waren es die sich Obamas und Hillary Clintons bedienenden Neokonservativen, die Amerika an den Rand einer überaus demütigenden Niederlage in Syrien gebracht haben.  

Es gibt nur eine Handvoll von diesen Neokonservativen. Warum tolerieren wir Amerikaner diese Personen und deren Handeln? Und warum hat Trump deren führende Köpfe nicht längst verhaften lassen? Diese Leute sind anti-amerikanisch und gleichsam bis aufs Blut Befürworter Israels.

Im Fall der Neokonservativen handelt es sich um die schlimmsten Feinde der Amerikaner und aller Menschen auf diesem Planeten. Es erweckt ganz den Anschein, als ob die Russen genug von Washingtons Arroganz hätten

Haben die Russen genug von Washingtons Arroganz?

Der russische General Konashenkov, dessen Su-35 die unterlegene US F-22 verjagte, die versucht hatte, sich in einen russischen Luftschlag gegen ISIS einzumischen, erklärte hierzu, dass jedwede Forderungen seitens US-Militäroffiziellen, laut denen „ein Teil des syrischen Luftraums den USA gehöre, Rätsel aufgibt“.

Konashenkov führte weiter aus, dass „Syrien eine souveräner Staat und Mitglied der UNO ist, was bedeutet, dass es keinen Luftraum über Syrien geben kann, den die USA allein für sich beanspruchen können. Entgegen der russischen Luftwaffe operiert die durch die Vereinigten Staaten geführte Koalition in Syrien ohne jedwedes Recht oder legale Basis“.

Wird Washington irgendwann realisieren, dass es seine einstige Führerschaft im Mittleren Osten verwirkt hat, um sich aus der Region zurück zu ziehen, oder wird Washington noch mehr Demütigung über Amerika bringen?

Gastbeitrag für CK*Wirtschaftsfacts / © 2017 Dr. Paul Craig Roberts / Institute for Political Economy

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