So verlor der deutsche Leitindex, auch geprägt durch Bayer, 3,22% auf 12.210 Punkte. Der DJ EuroStoxx 50 Index verlor wegen der hohen Bankengewichtung 109 Punkte und schloss am Freitag bei 3.373. Ein ganz anderes Bild von der Wall Street. Der S&P 500 Index konnte sich um 10 Punkte auf 2.850 (gegen den europäischen Trend) verbessern.  Der MSCI World Value Index gewann wegen der hohen USA-Gewichtung und dem stärkeren US-Dollar 0,8% auf 112,81. Der Fondspreis konnte von 99,78 auf 101,38 (+1,6%) steigen.

Einen „guten Lauf“ hatte im Berichtszeitraum iRobot aus den USA. Der Hersteller von Saugrobotern kletterte von $ 81,74 auf $ 94,77. Ein Anstieg von knapp 16%. Ein Grund für diese recht erfreuliche Entwicklung: Das Unternehmen ist auf Roadshow und präsentiert sich vor Investoren. Eine wichtige Kernaussage: Der Anteil von Saugrobotern die über $ 200 kosten, stieg in den USA von 2013 bis heute von 13% auf 23%. In diesem Segment ist iRobot vertreten und hier hält das Unternehmen einen Marktanteil von über 60% in den USA. Weiter profitiert iRobot vom neuen Roomba e6, der günstiger und besser als der teurere Roomba 890 sein wird. Die Vorstellung des neuen Produktes war letzte Woche. Mit dieser Maßnahme verteidigt das Unternehmen seine gute Positionierung im mittleren Preissegment ($ 300 - $ 400).

CVS Health befreit sich allmählich von den Fesseln Amazons, die bekanntlich in den Medikamentenhandel einsteigen werden. Der Markt erkennt nun, dass ein Aufbau von wenig auf viel Marktanteil nicht in großen und schnellen Schritten stattfinden kann (auch Amazon baut Rom nicht an einen Tag). Die Aktie von CVS Health verbesserte sich um $ 8,79 auf $ 73,68. Ein Kursgewinn von 13,54%. Das Unternehmen stellte seine Strategie für die kommenden Jahre vor, u.a. sollen die Kosten für die Medikamente gesenkt und ein besseres Programm für wenig zahlungskräftigere Patienten bereitgestellt werden.

Weiter auf Erfolgskurs befindet sich das Aschheimer Unternehmen (bei München) Wirecard. Das Unternehmen berichtete über ein sehr erfolgreiches erste Halbjahr 2018. So konnte der Umsatz um 46% und das Transaktionsvolumen um 48% gesteigert werden. Der Free Cash-Flow verbesserte sich um 40%. Fast noch beeindruckender sind die Zahlen für das organische Wachstum von Wirecard. Das Transaktionsvolumen konnte um 26% und der Umsatz um 25% gesteigert werden. Im ersten Halbjahr verdiente Wirecard € 245 Mio. EBITDA und für das Gesamtjahr sollen ein zwischen € 530 – 560 Mio. sein. Die Aktie kletterte auf ein Allzeithoch von € 164 auf € 178,80.

Keine guten Zeiten erleben momentan die Aktionäre von der Bertrandt AG. Der Automobilzulieferer litt in der letzten Woche durch zwei Brokerherabstufungen und verlor überdurchschnittlich hoch mit 6,14%. Die Aktie notierte am Freitag bei € 77,90. Hintergrund dieser nicht erfreulichen Entwicklung: Die Situation bei Audi. Aufgrund der Neuordnung im Vorstand fließen die Aufträge aus Ingolstadt spärlicher, was Spuren in der G+V bei Bertrandt für dieses Jahr hinterlassen wird. Wir erwarten jedoch, dass die Aufträge nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sind, da der Wettbewerb innerhalb der deutschen Prämienhersteller so intensiv ist, dass es sich kein Automobilproduzent leisten kann in der Forschung und Entwicklung zu sparen.

Booking Holding verlor im Berichtszeitraum $ 189 auf $ 1841. Grund für diese enttäuschende Entwicklung war ein getrübter Geschäftsausblick des Vorstands für das kommende Quartal. Zwar konnte das Unternehmen einen deutlich höheren Gewinn für das erste Halbjahr erwirtschaften, auch mehr als die Analysten erwartet haben, aber die Börse straft jedes Unternehmen ab, dass die Erwartungen für die Zukunft nicht erfüllen sollte. Die Erwartungshaltung wurde von etwa 15% auf 10% Wachstum für das laufende dritte Quartal heruntergeschraubt.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr

Dirk Müller & Andreas Schmidt

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