Diese Maßnahme würde neben den Automobilherstellern auch den US-Verbraucher treffen, da viele US-Hersteller Teile aus Mexiko beziehen und Preiserhöhungen auf die Endprodukte unvermeidlich wären. Zusätzlich belastet wurden die Technologiewerte gegen die eine Wettbewerbsprüfung eingeleitet wurde.

Schützenhilfe bekamen die Börsen dieses Mal vom US-Notenbankpräsident Powell. Dieser zeigte sich bereit, die Zinsen in den USA zu senken, sollte es aufgrund des Zollstreits mit China (und evtl. mit dem Rest der Welt?) zu einer deutlicheren Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft kommen. Das führte zu einem regelrechten Kursfeuerwerk an den Kapitalmärkten. Der DAX-Index konnte in der Berichtsperiode ganz leicht um 34 Punkte auf 12.045 Punkte zulegen.

Am 3. Juni stand der deutsche Leitindex noch bei 11.620 Punkten! Ähnlich zeigt sich das Bild für die anderen Aktienindizes. Der DJ EuroStoxx 50 Index verbesserte sich um 0,83 % auf 3.378,38 Punkte. Sein Tiefstkurs waren 3.248,54 Punkte. Der amerikanische Leitindex S&P 500 stieg von 2.826,06 auf 2.873,34 oder um 1,67 %. Sein Low erreichte der S&P 500 am 3. Juni mit 2.728,81 Punkten - ein Anstieg von 5,30 % in vier Tagen! Der MSCI World Value NR in Euro notierte (fast) unverändert bei 113,06 Punkten (+0,02 Punkte). Unser Fondspreis konnte auf € 101,22 (+ 23 ct.) zulegen.

Mächtig abgestraft wurden im Berichtszeitraum die großen Internetgesellschaften wie Alphabet (Google), Amazon, Apple und Facebook. Auslöser für die Kursschwäche sind Vorermittlungen dahingehend, ob die genannten Gesellschaften aufgrund ihrer Dominanz ihre Wettbewerbssituation zulasten von Konkurrenten und Verbrauchern ausnutzen. Welche Konsequenzen das im Worst-Case-Szenario haben könnte, ist aus heutiger Sicht nicht seriös zu beantworten. Sicher ist noch nicht einmal, dass es zu einer Strafe kommen wird.

Besonders hart hat es die Facebook-Aktie im Berichtszeitraum erwischt. Die Aktie fiel vom Höchstkurs ($ 185) auf unter $ 161, um am Freitag bei $ 173,35 zu schließen. Ein Verlust von 4,3 %. Trotz der eingeleiteten Maßnahmen bleiben wir weiter in den oben genannten Werten investiert. Wir glauben nicht, dass die US-Behörden „ihre“ amerikanischen Gesellschaften zugunsten der chinesischen Konkurrenz auf dem Weltmarkt schwächen werden.

Im letzten Wochenbericht noch Gewinner, dieses Mal unter den Verlierern: die Wirecard AG! Die Aktie bleibt (leider) weiterhin kurzweilig. Im Berichtszeitraum gab der Kurs von € 155,50 auf € 146,55 oder um 5,8 % nach. Der Tiefstkurs lag bei € 130,40. Auslöser war dieses Mal ein Bericht einer deutschen Finanzpublikation (Handelsblatt). Angeblich - so der Vorwurf - soll Wirecard Transaktionen von betrügerischen Organisationen abgewickelt haben. Ob daraus ein Strafverfahren werden kann, prüft die Staatsanwaltschaft in München.

Nur soviel aus unserer Sicht: Nicht jeder Finanzdienstleister, der für Dritte Überweisungen ausführt, ist ein Krimineller. Hauptsache für einen Tag eine Schlagzeile produzieren und Hauptsache die Aktie von Wirecard fällt hiernach. Dass die Aktie eine Woche später wieder 12,4 % höher steht, spielt keine Rolle. Wir halten Wirecard weiterhin die Treue!

Besonders gut lief es in den letzten beiden Wochen für Mettler Toledo. Die Aktie kletterte von $ 728,85 auf $ 790,88 (neues Allzeithoch!). Ein Anstieg von 8,51 %! Spezielle Unternehmensnachrichten gab es nicht. Dennoch scheint es so, als ob die beiden Investorenkonferenzen von Mettler bei Anlegern sehr gut ankommen sind. Die Aktie ist auf diesem Kursniveau nicht mehr ganz preiswert. Dennoch bleiben wir weiter in diesem Wert engagiert.

Die beste positive Kursperformance erzielte dieses Mal der Indexprovider MSCI Inc. Die Aktie verbuchte einen Kurssprung von 9,8 % und notierte am Freitag bei $ 240,30. Auch hier waren Unternehmensmeldungen, die für einen solchen Anstieg verantwortlich sein könnten, eher Mangelware. Ein Punkt könnte sein, dass China in globalen Indizes von MSCI ein höheres Gewicht bekommen wird. Dies könnte die Nachfrage chinesischer Anleger nach MSCI Produkten steigen lassen.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr Dirk Müller & Andreas Schmidt