Acht Tonnen Termingold, also „Papiergold“ sollen an der Comex letzte Woche auf einen Schlag verkauft worden sein. Das zog die Kurse von Gold und Minenaktien nach unten. Der gleichzeitig gegen den Dollar abschmierende Euro dämpfte die Kursverluste von Gold in Euro. Gold notiert in Euro gerechnet seit Jahresbeginn mit 13 Prozent im Plus.

In den letzten drei Monaten hat Gold in US-Dollar 9 Prozent abgegeben. In Euro ist das nur eine kleine Wertschwankung von 3 Prozent.

Die Renditen von Staatsanleihen steigen, weil die Anleihekurse sinken. Die Spekulation mit Immobilien gleicht inzwischen dem Tanz auf einem Vulkan. Aktien marschieren zuverlässig seitwärts.

Bundesbank sieht kaum Risiken

Inmitten dieser aufgepeitschten See gab Claudia Buch, Vizepräsidentin der Bundesbank,  der Stuttgarter Zeitung erst vor wenigen Tagen ein Interview, in dem sie erklärte: „Natürlich beobachten wir die Risikolage sehr genau. Denn Erfahrungen mit Finanzkrisen zeigen, dass von Überhitzungen am Markt für Wohnimmobilien erhebliche Risiken für die Finanzstabilität ausgehen können. Dieses Risiko ist insbesondere dann vorhanden, wenn der Erwerb von Immobilien in hohem Maße über Kredite finanziert wird und Standards der Kreditvergabe aufgeweicht werden. In Deutschland sind die Wohnimmobilienpreise zwar in den vergangenen Jahren stark gestiegen, vor allem in den Ballungszentren. Allerdings sehen wir keine klaren Anzeichen für eine exzessive Kreditvergabe oder Abschwächung der Standards.“

Zwar beliefen sich die Wohnimmobilienkredite der Privathaushalte auf 70 % der Verbindlichkeiten, was zu erheblichen Verwerfungen im gesamten Finanzmarkt führen könne, falls die Zinsen steigen sollten, eine akute Gefahr sei aus der Sicht von Claudia Buch nicht zu erkennen.

Bundesbank sieht deutliche Risiken

Nur wenige Tage nach dieser Stellungnahme meldet sich die Bundesbankvizepräsidentin wieder zu Wort. Diesmal gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Andreas Dombret auf der Pressekonferenz der Bundesbank am 16.10.

Claudia Buch: „Im aktuellen makroökonomischen Umfeld besteht die Gefahr, dass Marktteilnehmer Risiken unterschätzen und nicht ausreichend berücksichtigen, dass die Vermögenspreise fallen und die Zinsen steigen können", sagte Buch. "Umso wichtiger ist es daher, dass die Marktteilnehmer auf eine angemessene Vertragsgestaltung achten und hinreichend hohe Risikopuffer aufbauen, um auch Verluste aus unvorhergesehenen Entwicklungen abfedern zu können."

Nachdem erst wenige Tage zuvor auf mögliche, irgendwann mal, vielleicht eintretende Risiken hingewiesen wurde, wird die Aussage jetzt verschärft. Vermögenspreise könnten fallen und Zinsen steigen.

Buch wurde dann noch konkreter und wies darauf hin, dass das aktuelle gesamtwirtschaftliche Umfeld einen kreditfinanzierten Immobilienboom begünstigen könne.  Im deutschen Immobiliensektor stiegen die Preise, und es würden vermehrt Kredite vergeben. Risiken für die Finanzstabilität könnten dann entstehen, wenn stark steigende Preise für Wohnimmobilien mit einer starken Kreditexpansion und nachlassenden Standards bei der Kreditvergabe zusammenfielen. Dies könne demnach vor allem dann auftreten, wenn viele Marktteilnehmer zu positive Erwartungen über zukünftige Entwicklungen der Schuldentragfähigkeit entwickelten.

Warnungen, die nicht ignoriert werden sollten

Die Ausführungen der Bundesbank sollten Immobilieninvestoren ernst nehmen. Das sind klare Warnungen. Die Immobilienblase könnte früher platzen, als die meisten in ihrer grenzenlosen  Euphorie glauben wollen. (siehe auch: Vermögenssicherung und Vermögensaufbau mit Wohnimmobilien)

Global Resources Invest GmbH sieht die Weltwirschaft seit der Jahrtausendwende in einer Kontraktion. Dabei verwendet Global Resources Invest als Bewertungsmaßstab das Edelmetall Gold.

Demnach befände sich Gold in einer langjährigen säkularen Hausse und gerade jetzt in einem überverkauften Momentum. In solchen Phasen Gold zu kaufen, habe sich in den letzten 15 Jahren immer gelohnt.

Der Blick zurück gibt ihnen Recht.

Der Immobilienmarkt ist nun im achten Aufschwungjahr und erscheint, nach einem Preisanstieg von rund 70 Prozent, allmählich ausgelutscht. In Wohnimmobilien sollte, mit Ausnahme der Eigennutzung, wenn überhaupt nur noch sehr zurückhaltend investiert werden. Bei gewerblich genutzten Grundstücken bieten sich noch mehr Chancen. Allerdings ist dieser Markt komplexer und erfordert noch mehr Sachkenntnis.

Vielleicht lohnt sich gerade jetzt wieder ein Blick auf Gold und Minenaktien.