Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2339 (07:19 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2329 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107.62. In der Folge notiert EUR-JPY bei 132.80. EUR-CHF oszilliert bei 1.1998.

Bei dem deutsch-französischen Gipfel durfte nicht erwartet werden, dass es adhoc zu nachhaltigen Ergebnissen kommt. Der Boden für nachhaltige und auch Ziel führende Maßnahmen ist aber fraglos vorbereitet.

O-Töne aus der Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel und Präsident Macron:

• Merkel: Wir haben festgelegt, bis Mitte 2018 wichtige zentrale Entscheidungen treffen zu wollen zur Wiederbelebung Europas.

• Merkel: Wir wollen große Fortschritte bis Juni machen zu gemeinsamer europäischer Asylpolitik.

• Merkel: Wir müssen Wirtschafts- und Währungsunion weiterentwickeln.

• Merkel: Werde bei Gespräch mit Trump Differenzen ansprechen.

• Macron: Wollen gemeinsame Botschaft an Trump übermitteln.

• Merkel: Sind gemeinsam der Meinung, dass Eurozone nicht ausreichend krisenfest ist.

• Merkel: Bin bei Abschluss der Bankenunion sehr optimistisch.

• Merkel: Wollen, dass Haftung und Risiken zusammengehalten werden.

• Macron: Brauchen auch Solidarität in der Währungsunion.

Wichtig ist und bleibt neben der zu verstärkenden Integration und Entwicklung der Eurozone, dass der Weg zu einer eigenständigen Außenpolitik Kontinentaleuropas stringent verfolgt wird. Je schneller, desto mehr Chancen auf Friedfertigkeit (Basis von Stabilität und Wohlstand) und Prosperität!

Bei der Abarbeitung der Wirtschaftsdaten der letzten 24 Stunden werfen wir heute zunächst einen Blick nach Russland. Nach wie vor stehen immer wieder Interessen im Raum, die Lage Russlands asymmetrisch im Sinne westlicher Dominanz darzustellen. Das ist vor dem aktuellen Datenhintergrund nicht nur nicht sachlich, sondern bar aller westlichen Werte und ultimativ Ausdruck von „Spin“.

Die Devisenreserven Russlands legten in der letzten Berichtswoche von 458,9 Mrd. USD auf 462,4 Mrd. USD zu.

Im April 2015 wurde bei 350 Mrd. USD der Tiefpunkt als Reaktion auf den Beginn der Sanktionspolitik markiert. Seitdem geht es unter Schwankungen um mehr als 110 Mrd. USD nach oben.

 © Reuters

Nun sind 462 Mrd. USD als Zahl imposant. Stellen wir diese Zahl in Relation zu den Reserven anderer Länder (Quelle Statista 2017).

Deutschland: 200,9 Mrd. USD

USA: 120,0 Mrd. USD

China: 3.402 Mrd. USD

Nun schauen wir auf die durch westliche Politik forcierte, sich latent vertiefende Beziehung zwischen Moskau und Peking und erkennen, dass diese beiden Länder auf Devisenreserven in Höhe von mehr als 3.800 Mrd. USD sitzen.

Verstehen Sie nun, warum wir hier seit Jahren von Verschiebung finanzökonomischer Machtachsen schreiben?

Versteht man jetzt in Berlin und Brüssel, dass das Infrastrukturprojekt „One Belt -One Road“ eben auch konstruktiver Ausfluss dieser Entwicklungen ist?

Glaubt man mit der Basis, die wir im Westen vorhalten, diese Prozesse durch geopolitische Maßnahmen zweifelhafter Art dauerhaft unterbinden zu können?

Die exportseitig starke Eurozone hat Zukunft - sie liegt im Osten!

Wo wir bei der Exportstärke der Eurozone sind:

Die Leistungsbilanz der Eurozone lieferte in der saisonal bereinigten Fassung per Berichtsmonat Februar einen Überschuss in Höhe von 35,1 Mrd. Euro als Ausdruck der Konkurrenzfähigkeit des kontinentaleuropäischen Produktangebots. Der Vormonatswert wurde von 37,6 auf 39,0 Mrd. USD nach oben revidiert.

Der Chart unterstreicht die positive Entwicklung in den letzten 10 Jahren, die auch Ausdruck der Reformen der ehemaligen Problemländer der Eurozone ist. Diese Länder haben durch Reformen (Aristoteles) ihre Konkurrenzfähigkeit zurückgewonnen. „Chapeau!“

Jetzt gilt es, sich in Kontinentaleuropa so aufzustellen, dass man mit dem starken Exportsektor in den sich dynamisch entwickelnden Regionen dieser Welt, die strukturell stark aufgestellt sind (China Staatsverschuldung geringer als 50%, Russland geringer als 18%), reüssiert.

Wo liegt noch einmal die ökonomische Zukunft?

 © Reuters

Aus den USA erreichte uns der Veröffentlichung des Philadelphia Fed Business Index.

Per Berichtsmonat April legte der Index unerwartet von 22,3 auf 23,2 Punkte zu. Die Prognose war bei 20,1 Zählern angesiedelt.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Währungsrelation EUR/USD favorisiert. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2230 - 1.2560 eröffnet neue Opportunitäten.

Viel Erfolg!

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