Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1119 (07.40 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1089 im europäischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 105.65. In der Folge notiert EUR-JPY bei 117.45. EUR-CHF oszilliert bei 1.0901.

Wenn Worte fehlen… Die Terrorattacke in Nizza zwingt zum Innehalten. Unser Mitgefühl gilt den Opfern, Hinterbliebenen und Frankreich.

Im ab Dienstag wieder erscheinenden Forex-Report werden wir uns diesem Thema bezüglich der Ursachen widmen, da die Latenz der Terrorgefahr als auch die Frequenz der Terroranschläge ökonomische Funktionen haben und damit marktrelevant sind. Heute ist aber definitiv nicht der Tag, an dem derartige Gedanken angemessen wären.

Unerwartet reagierte das Monetary Policy Commitee der Bank of England nicht auf das Brexit Referendum. Die erwartete Zinssenkung blieb aus. Gleichwohl wurde die Möglichkeit einer lockereren und/oder expansiveren Politik der Bank of England in den Raum gestellt.

Das erscheint auch erforderlich zu sein. Die ersten enttäuschenden Konjunktur- und Sentimentdaten stehen im Raum. Das von Thomson/Reuters/Ipsos ermittelte Verbrauchervertrauen sank in Großbritannien per Juli von zuvor 51,2 auf 49,4 Punkte und markierte damit den niedrigsten Wert seit Juni 2014. Ganz Im Gegenteil zum Rest der EU kam es nur im Vereinigten Königreich zu einem Kfz-Absatzrückgang per Berichtsmonat Juni, der sich auf 0,8% stellte.

Bleiben wir kurz bei der Politik, die die Märkte dominiert. Die Situation bezüglich der im November anstehenden US-Präsidentschaftwahlen spitzt sich für viele unerwartet zu. In den letzten Umfragen holte Donald Trump gegenüber Hillary Clinton auf. In den letzten Umfragen liegen beide Kandidaten gleichauf. Die entscheidende Frage, die sich förmlich aufzwingt, ist die Frage, warum ein „Non-Establishment“ Vertreter Donald Trump so erfolgreich sein kann. Hier handelt es sich bei den aktuell anstehenden Präsidentschaftswahlen um eine historische Anomalie in den USA.

Wenn die Wirtschaftsdaten, die veröffentlicht werden, insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten, Realitätsnähe hätten, dürften „Non-Establishment“ Vertreter wie Trump und/oder Sanders keine Chance haben. Anders gefragt: Ist nicht diese politische Konstellation Beleg oder anekdotische Evidenz für die Analysen, die wir Ihnen hier regelmäßig bezüglich der US-Wirtschaft liefern?

China setzt positive Akzente: Im zweiten Quartal 2016 legte das BIP im Jahresvergleich um 6,7% zu (Prognose 6,6%). Die Industrieproduktion stieg per Juni im Jahresvergleich um 6,2% nach zuvor 6,0%. Einzelhandelsumsätze nahmen per Juni im Jahresvergleich um 10,6% nach zuvor 10,0% zu. Wir sind erfreut - bezüglich der Umsetzung der Projekte "One Road - One Belt" und der Seidenstraße als ein Teil davon darf die Konjunkturzuversicht durchaus weiter dominieren.

Die EU setzte trotz des Brexit-Referendums, der italienischen Bankenkrise und der Terrorgefahren positive Akzente: Per Berichtsmonat Juni nahm der Kfz-Absatz in der EU um 6,9% im Jahresvergleich zu. Im ersten Halbajhr stellte sich der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr auf 9,4%.

Auch wenn einige Sentiment- und Konjunkturdaten zuletzt nicht vollständig überzeugen konnten, ist die Widerstandskraft trotz der oben erwähnten Anfechtungen bemerkenswert. Das hat auch mit der Tatsache zu tun, dass dieser Aufschwung der Eurozone von einkommen getragen ist und nicht von Kreditaufnahme nach dem Modell USA. Dieser Qualitätsunterschied ist für die konjunkturelle Resilienz maßgeblich mitverantwortlich.

Aus den USA erreichten uns folgende Datensätze: Die Arbeitslosenerstanträge stellten sich in der letzten Berichtswoche unverändert auf 254.000. Die US-Erzeugerpreise legten per Juni im Monatsvergleich um 0,5% zu. Damit kam es den dritten Monat in Folge zu Anstiegen. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 0,3% nach zuvor 0,0%.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0950 - 1.0970 dreht den Bias.