Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundestagswahlen hatten wenig Einfluss auf die Märkte, welche sich in dieser Woche positiv zeigten. Die Marken nach unten bleiben bei 12300/400 Punkten, nach oben rückt die 13000 wieder in Blick- und Reichweite. Auch aus Amerika gibt es optimistische Signale, dass es nun doch zu einer -zumindest abgespeckten- Version der Steuerreform kommt.

Der Dollar notierte gegenüber dem Euro etwas stärker. Doch die Entwicklung in Richtung der 1,24 – 1,30 Euro gegen USD ist mittelfristig weiter zu erwarten. Insgesamt kann man von einem unspektakulären aber positiven Marktumfeld sprechen.

Neuwahlen oder Jamaica?

Spektakulär hingegen war die Gelassenheit mit der sich unsere Dauerkanzlerin vor die Presse traut, um zu verkünden, nichts falsch gemacht zu haben. Während das Volk der Regierung eigentlich eine Absage erteilt, kommt diese Nachricht in den Palästen scheinbar überhaupt nicht an. Jetzt gilt es abzuwarten, was sich die Herrschaften an lustigen Farbkombinationen ausdenken – doch auch die Option von Neuwahlen bleibt durchaus noch gegeben. Wir halten uns diesbezüglich ausnahmsweise mit weiteren Aussagen und Gedanken zurück und lassen an dieser Stelle Platz für die Worte eines Cashkurs-Lesers, welche aus dem Kommentarbereich stammen und wahrscheinlich genauso repräsentativ für die Stimmung im Lande sind, wie der Stimmverlust der sogenannten etablierten Parteien.

„(…) Die Tatsache, dass die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel, Vorsitzende der CDU, kurz nach dem katastrophalen Wahlergebnis Ihrer Partei, völlig unbeeindruckt und lächelnd bilanziert, alles richtig gemacht zu haben und stur an dieser Linie festhalten will, erklärt den (fiskalischen) Wahnsinn der Vergangenheit und gibt einen zuverlässigen Ausblick auf eine ebenso wahnsinnige Zukunft. Wenn dieser Grad von Realitätsverweigerung nicht medizinische Ursachen hat, kann man schlicht nur davon ausgehen, dass dieser Weg geplant und gewollt ist.

Keiner Ihrer Parteikollegen erhebt ernsthaft die Stimme und verlangt Konsequenzen. Und Horst Seehofer kann man ohnehin nicht mehr ernst nehmen. Ich staune, dass seine Parteikollegen diese Wetterfahne nicht längst vom Dach der Bayerischen Staatskanzlei entfernt haben. Bei Martin Schulz und der SPD verweigert mir sogar die Tastatur ein Weiterschreiben.

Dieses absurde Verhalten der Spitzenpolitiker, unserer sogenannten Volksparteien, scheint ab jetzt die neue Personalkultur in der Politik zu sein. Egal wie katastrophal das Wahlergebnis ausfällt, man hat in jedem Fall einen supertollen Job gemacht.

Sofortiger ehrenhafter Rücktritt wie früher war einmal. Und ganz früher soll es mal Politiker gegeben haben, die gingen mit der Dienstwaffe ein solches Ergebnis feiern.

Naja, ganz so martialisch muss es ja nicht sein, mir würde ein schlichter Rücktritt reichen.(...)“

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erkenntnisgewinn beim Lesen unserer Beiträge und ein angenehmes und erholsames Wochenende, ganz ohne Urnengang und Wahlspaziergang.

Ihre

Cashkurs-Redaktion