Es gibt eine Erkenntnis, zu der wir immer wieder gelangen, wenn wir uns mit den Verbrechen großer Banken, den Zentralbanken und deren Günstlingen beschäftigen. Diese Schwerverbrecher werden immer wieder beim Begehen ernsthafter Delikte erwischt, bekommen jedoch entweder gar keine Strafen oder im schlimmsten Fall einen symbolischen Hieb auf die Finger.

Die Bankenverbrecherin, die dieses Mal einer Strafe entgeht, ist die „kriminelle“ Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Lagardes strafrechtliche Verurteilung reicht in ihre Zeit als französische Finanzministerin zurück. Es ging um eine von Lagarde autorisierte Entschädigung des „Französischen Tycoons“ Gernard Tapie seitens der Regierung in Höhe von 400 Million US-Dollar, damals gegen den Rat einiger anderer Beamter des Finanzministeriums. Lagarde gab an, sie würde sich über eine mögliche Einstellung ihres Verfahrens nicht beschweren. Wie edelmütig.

Natürlich ist die Bezeichnung „Französischer Tycoon“ bloß ein unternehmerischer, medialer Euphemismus für den „Französischen Oligarchen“, Bernhard Tapie. Lagarde schleuste, gegen den Rat von Ministeriumskollegen, 400 Millionen US-Dollar Staatsgelder und damit öffentliche Gelder, in die Tasche des Oligarchen, was offiziell als „Missbrauch öffentlicher Mittel“ bezeichnet wurde. Auch unter des sehr fragwürdigen Einbezugs einer Fahrlässigkeit, könnte Lagardes Verbrechen zu einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr geführt haben.

Das Problem ist, dass es für Lagarde schwierig würde aus einer Gefängniszelle heraus weiterhin, in ihrer neuen Rolle als Chefin des IWF, ihren Oligarchen zu dienen. Also hat man ihr bloß ein bisschen auf die Finger geklopft und sie zurück an die Arbeit geschickt. In der Tat fragt man sich,  ob Lagardes Belohnung für die (noch weitere) Bereicherung Bernhard Tapies mit öffentlichen Geldern ihre repräsentative Ernennung zur Chefin des IWF war?

Wenn der Missbrauch von 400 Millionen US-Dollar öffentlicher Gelder in die Taschen eines Oligarchen nicht eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr zur Folge hat, was dann? Aber dies ist auch nicht mehr, als was wir erwartet haben von dieser Zwei-Klassen-Justiz, die mittlerweile in der westlichen Welt vorherrscht.

Irgendwann einmal haben sich unsere Gesellschaften das Prinzip der Rechenschaftspflicht zum Bestreben gesetzt. Menschen wurden für ihre Taten verantwortlich gemacht, und zwar nicht nur die „kleinen Leute“. Tatsächlich wurden Amtspersonen, sofern sie für ihr Fehlverhalten als schuldig erachtet wurden, in den Zeiten, als wir in rechtmäßigen Gesellschaften lebten, sogar eher für ihre Taten verantwortlich gemacht als alle anderen - nicht weniger. Wenigstens wurden sie dazu gedrängt, ihre repräsentativen Ämter in Schmach aufzugeben.

Mittlerweile spotten jene Kriminellen höhnisch über die „kleinen Leute“, wenn sie für ihre Großverbrechen freigesprochen werden und versuchen so zu tun, als hätten sie keine Fehler begangen.

Für den Normalbürger gleicht eine strafrechtliche Verurteilung (eines ernsthaften Vergehens) im Regelfall einer Entgleisung des ganzen Lebens. Für die Reichen und Mächtigen (besonders die noch reicheren und mächtigeren Banker) gleicht eine strafrechtliche Verurteilung nicht einmal einem Schlagloch auf der Straße zu weiteren Verbrechen.

Die großen und mächtigen in den hohen Firmenpositionen, die sie besetzen, begehen Verbrechen, die in ihrem Ausmaß viel größer sind, als jegliche andere Finanzverbrechen in der Geschichte der Menschheit und werden nicht bestraft. An dieser Stelle werden Stammleser sich an den Inbegriff der Ungerechtigkeit erinnern:

US-„Justiz“-Ministerium erklärt, dass große Banken die Lizenz zum Diebstahl haben

Das US-Ministerium für „Ungerechtigkeit“ hat eine Erklärung herausgegeben, dass es in Bezug auf den Finanzsektor „einer der effektivsten Wege Wirtschafts-Vergehen zu bekämpfen“ sei, Finanzunternehmen nie strafrechtlich zu verfolgen. Große US-Banken hatten nun die offizielle Lizenz zum Betrug. Egal wie groß die Verbrechen sind, wie viele Verbrechen begangen werden oder wie oft das gleiche Verbrechen begangen wird: keine Bestrafung – nicht einmal eine symbolische Untersuchung.

Doch schon bevor die unterwürfige US-Regierung Verbrechen von Großbanken quasi genehmigte, hatten die Kriminellen der Wall-Street Ewigkeiten in Erwägung gezogen, Verbrechen als Teil ihres Berufslebens zu betrachten, wie sich (euphemistisch) an dieser Schlagzeile von 2012 zeigt:

Viele Wall-Street Manager sagen, Unrecht zu tun, sei notwendig: Eine Umfrage

Ein Viertel der „Senior-Manager“ (Hauptkriminelle) der Wall-Street räumen ein, dass das Begehen von Verbrechen Teil des Lebens ist. Die restlichen 75% werden das nicht zugeben. Die Banken-Sprachrohre von Bloomberg konnten ihr Schmunzeln nicht verbergen und schrieben folgendes:

Die Statue of Limitations-Gesetze sind in den meisten der ungeheuerlichsten Fälle, die in ihrer Entwicklung durch die Finanzkrise von 2008 gehemmt waren, abgelaufen, es gibt jedoch immer noch mehr zu tun. Die Wall-Street ist wie das Silicon Valley der Finanzdelikte: Immer innovativ.

Die Verehrung von Finanz-Kriminellen, für das Begehen der schlimmsten Finanzverbrechen.

Amerikaner haben seit je her ihre Gangster verehrt und Banker sind die Gangster des 21. Jahrhunderts: Banksters. Die Leser kennen das Verbrecher-Syndikat, das die Dienste dieser Bankster bezahlt, unter dem Namen „The One Bank“: ein Verbrecher-Syndikat, das selbst 40% der globalen Wirtschaft kontrolliert.

Eine Bank regiert die Welt...

Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Macht geht die politische Macht: Die Kontrolle von 100% der westlichen Regierungen (außer Island) und die Kontrolle über 100% der Justizsysteme in diesen Marionetten-Staaten. Die neue Trump-Regierung ist nicht mehr als eine Goldman-Sachs-Incorporation, eine ranzige Regierung vollgestopft mit mehr Goldman-Sachs-Strohmännern, als jede andere US-Regierung in der Geschichte.

Warum ist die Trump-Regierung genau jetzt mit so vielen Goldman-Sachs-Strohmännern gefüllt? Weil der nächste Crash bald kommt und das Banken-Verbrecher-Syndikat darauf bedacht ist, einige loyale Fürsprecher zu haben, die das Syndikat mit Zuckerpflaumen füttern, so wie der ehemalige Goldman-Sachs-CEO Hank Paulson 2008, damals als US-Schatzmeister.

Natürlich können reine Fußsoldaten wie Paulson, Blankfein und Dimon die Kick-backs und Too-big-to-fail-Erpressungszahlungen nicht in die Koffer der Verbrecherbanken des Syndikats leiten.

Am Ende landet all das geplünderte öffentliche Geld in den Taschen der „Godfathers“ des Bankensyndikats - der Oligarchen.

Diese sind die wirklich reichsten Menschen der Welt: Billionäre. Die größten Diebe des Planeten. Man darf sie nicht verwechseln mit all den zweite-Klasse-Milliardären auf der absurden „Reichste Menschen der Welt“-Liste, die von den Wirtschaftsmedien erstellt wird - auch nur eine weitere Tentakel von „The One Bank“. Wie haben die Top 0,1% in den USA genauso viel Reichtum erworben wie die gesamten unteren 90%? Offensichtlich haben sie es nicht verdient.

Die politischen Lakaien und die der Banken stehlen Millionen Mal mehr für ihre Oligarchen als jeder andere Dieb in der Geschichte, werden aber nicht bestraft. Das war nicht immer so, wie man an dem nett betitelten Artikel „Sollten Finanzverbrechen Finanzstrafen zur Folge haben?“ sieht.

Die Geschichte von drastischen Strafen für Finanzverbrechen könnte fast so alt wie Reichtum an sich sein.

Der Kodex von Hammurabi, vor mehr als 3.700 Jahren, schrieb vor, dass jeder Mesopotamier, der gegen die Bedingungen einer finanziellen Vereinbarung verstößt - eingeschlossen die späteren Verträge, die gewöhnlich für Warenhandel in Babylon verwendet wurden - „als Dieb sterben soll“.

Im mittelalterlichen Katalonien wurde eine Bankier, der Pleite ging, nicht bloß durch Stadtschreier gedemütigt, die sein Versagen auf öffentlichen Plätzen überall im Land deklamierten; er hatte bei Brot und Wasser zu leben, bis er seine Schuldner vollständig ausbezahlt hatte. Wenn er die Schulden innerhalb eines Jahres nicht zurückzahlen konnte, wurde er exekutiert - wie im Fall des Bankiers Francesco Castello, der 1360 enthauptet wurde. Bankiers, die über ihre Bilanzen schwindelten, mussten ebenfalls mit der Todesstrafe rechnen.

Im Florenz der Renaissance, drohte die Arte del Cambio, die Gilde der Bankiers und Geldwechsler, die den internationalen Handel ermöglichte, betrügerischen Klienten mit Folter.

Jener Artikel erschien, ironischerweise, im Wall-Street-Journal. In manchen Teilen der Welt haben heute noch besonders schwere Finanzverbrechen die härteste Bestrafung zur Folge: Tod.

19 chinesischen Wirtschaftskriminellen wurde das Todesurteil ausgesprochen.

Wie viele westliche Banker müssten wir mit einer rostigen Guillotine einen Kopf kürzer machen, bevor der Rest dieser kriminellen ihren Oligarchen sagen würde, sie müssten ihre Diebstähle von nun an selbst begehen? Niemand kann diese Frage mit Sicherheit beantworten. Es gibt nur einen Weg dies herauszufinden: Experimentieren.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von http://www.valuewalk.com für Cashkurs übersetzt. Den Originalbeitrag finden Sie in englischer Sprache unter

http://www.valuewalk.com/2016/12/guilty-but-not-punished-christine-lagarde-let-off-the-hook