Holla, die Waldfee! Jeder Deutsche besitzt im Schnitt 316.500 Euro, rechnet man alles zusammen, also auch Immobilien, Grundbesitz, Lebensversicherung, Autos, Konten, Depots, Bausparverträge und Versicherungen - abzüglich aller Schulden. Man muss jetzt nur noch gesagt bekommen, wo das ganze Geld liegen könnte.

Doch Moment! Das meiste Geld steckt also in Dingen, mit denen man oft nicht flüssig ist, z.B. in Häusern oder Versicherungen. Dann handelt es sich bloß um nominale Zahlen, und um keine realen wie auf dem Konto oder unter dem Kopfkissen. Auf dem Papier jedenfalls sind wir längst nicht mehr so reich wie die Italiener, auch wenn die Nettovermögen in Deutschland zwischen 2017 und 2021 um 36 Prozent gestiegen sind - übrigens parallel zum Anstieg der Tafeln in Deutschland.

Die Italiener oder auch Spanier und Portugiesen haben es schlau gemacht und aus der Erfahrung heraus nicht wie wir in Deutschland auf der hohen Kante gespart. Sie steckten ihre Gelder in Immobilien. Die künstlich gedrückten EZB-Zinsen haben den Trend noch befeuert. Eine Winzerin pflegt in meiner Region hier zu sagen: „Geld vergeht, Hektar besteht“. In Sachen Immobilien ist das nicht viel anders, außer man hat eine Ampel-Regierung. Diese Lektionen müssen wir hierzulande erst noch lernen.

Malen nach Zahlen

Statistik ist ja irgendwie eine Wissenschaft, die Wissen schafft. Oder auch nur Stimmung. Hieß es nicht in diversen Umfragen der ING Deutschland, dass fast ein Drittel der Deutschen keine nennenswerten Rücklagen hätten? Das Institut für deutsche Wirtschaft berichtete 2022, dass nur jeder Zweite Geld zurücklegen könnte. Und das war vor dem Auftauchen der Inflation. Fakt ist, dass zehn Prozent 56 Prozent des Vermögens besitzen, die untere Hälfte nur drei Prozent. Aber Statistik ist schon was Feines… Wenn man in einer Kneipe sitzt und ein Statistiker das Durchschnittsvermögen feststellen will, dann aber Bill Gates zur Tür reinkommt…  Sie wissen schon.

Was zählt, ist der Durchschnitt. Und der stieg zwischen 2017 und 2021 um mehr als ein Drittel auf den Rekordwert von 316.500 Euro, also um 83.600 Euro. Binnen zehn Jahren kamen sogar 121.300 Euro dazu. Rechnet man den Einfluss der extremen Vermögen heraus, so stieg der sogenannte Median um 51 Prozent auf 106.600 Euro an.

Zu „Reichen“ gehören vor allem die Besitzer von Immobilien und Aktien und nicht die, die herkömmlich gespart haben. Wir wissen nicht, was vom Reichtum übrig bleibt, wenn im Land der früheren Dichter und Denker überall die Wärmepumpen an den frisch gedämmten Häuser surren und die neue Solaranlage das neue E-Auto ökologisch und politisch korrekt auflädt. Es mag schwer vorzustellen sein, dass sich die heute jungen Leute überhaupt noch einen Kapitalstock aufbauen können. Durchschnittsverdiener haben es heute schon schwer, Vermögen zu bilden. Da liegt auch daran, weil Deutschland hinter Belgien laut neuen OECD-Statistiken die höchsten Steuern und Abgaben zahlt. Keine Sorge! Das Geld ist ja nicht weg. Es bekommen nur andere.

Die Geldpolitik der niedrigen Zinsen und Gelddruckerei sorgt auch künftig dafür, dass der Teufel am liebsten auch künftig sein Geschäft auf den größten Haufen verrichtet. Wer in Sachwerten spart, wird nominal automatisch reicher. Mit ein bisschen mehr Inflation können wir alle, zumindest statistisch gesehen, zu Millionären werden. Vor 100 Jahren, in der Zeit der großen Inflation, waren wir sogar alle Milliardäre!

„Was heißt das für mich konkret!?“

Reichtum ist wie immer schon ziemlich relativ. Man muss auch an seinen Reichtum rankommen können. Jederzeit. Wer weniger ausgibt als einnimmt, wird automatisch wohlhabender, wenn auch nur auf dem Papier. Von daher ist es ratsam, künftig nicht mehr nur ein Sparschwein zu befüllen, sondern seine Überschüsse auf verschiedene Arten zu verteilen. Und dann braucht man auch noch Glück, dass einem der Staat nicht das eine oder andere Sparschwein abnimmt, ganz ohne Gegenleistung. Denken Sie mal etwas mehr über Gold nach.

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