Anbei noch mal zum Nachlesen der erste Teil: LINK

Man sollte realisieren, dass die Geldschöpfung bereits seit dem 1.1.1994 gänzlich privatisiert wurde und seitdem vornehmlich durch private, gewinnorientierte Geschäftsbanken erfolgt, die im Sinne ihrer Aktionäre agieren und handeln (müssen). In diesem Sinne hat die Forderung der Österreichischen Schule nach einer Privatisierung des Geldwesens mit den Änderungen von 1994 längst statt gefunden.

Nicht der Staat, - wie Janich in seinem Buch „Das Kapitalismus-Komplott“  schreibt -  erlaubt den Geschäftsbanken heute irgendetwas, sondern die Geld- und Machtelite gibt den Staatsregierungen und Politikern die Entscheidungen vor, wie Horst Seehofer in diesem kurzen Videoausschnitt eindrucksvoll bestätigt. Bitte unbedingt anschauen, staunen und nicht vergessen, den Mund wieder zu zumachen:

http://www.youtube.com/watch?v=BAh36f0026k&feature=player_embedded

Auch der amerikanische Präsident Thomas Jefferson bemerkte bereits im Jahre 1802:

"Ich glaube, Bankinstitutionen sind für unsere Freiheiten gefährlicher als stehende Armeen. Wenn das amerikanische Volk den Privatbanken jemals erlaubt, die Ausgabe ihres Geldes zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, dann werden die Banken und Konzerne, die heranwachsen, den Menschen ihren ganzen Besitz wegnehmen, bis ihre Kinder obdachlos aufwachen, auf dem Kontinent den ihre Vorväter erobert haben. Die Macht der Geldausgabe sollte den Banken entzogen und dem Volk zurückgegeben werden, dem diese Macht eigentlich zusteht."

Staatsvolk und Staatsregierung

Dieses Zitat trifft zwar unbedingt zu, doch ist es zwingend notwendig, zwischen Staatsvolk und Staatsregierung zu unterscheiden. Nicht das Volk hat das Recht zur Geldschöpfung in die Hände der privaten Geld- und Machtelite gelegt, sondern es war die Geld- und Bankenelite höchstselbst, die sich dieses Privileg unrechtmäßig mit Hilfe von (korrupten) Politikern genommen hat, die zur Durchsetzung ihrer Ziele in den entsprechenden Machtpositionen installiert wurden.

Nur am Rande: Der Unterschied zwischen Staatsvolk und Staatsregierung wird gerade in Stuttgart (S21) und auch in Griechenland und Irland sehr deutlich und es ist äußerst verblüffend, wie schnell manche Fiktionen und noch vor einem Jahr undenkbare Geschehnisse Realität werden:

http://www.myvideo.de/watch/5897511/Silbermond_Irgendwas_bleibt

(Der Song wurde am 20. Februar 2009 erstmals veröffentlicht.)

Lassen Sie uns also bitte immer unterscheiden zwischen dem Staatsvolk und der Staatsregierung. Dem Staatsvolk, also den Bürgern wurde das Recht zur Schöpfung und Verwendung eigenen Geldes genommen. Das geht sogar soweit, dass sich das Volk noch nicht einmal mehr untereinander Geld leihen darf, wie das Beispiel Quickborn im letzten Jahr zeigte:

Aufstand in Quickborn unblutig niedergeschlagen! (Helmut Reinhardt)

Das einzige was geblieben ist, ist die Möglichkeit, - besser Pflicht! – zur Verschuldung: aus Bürgern wurden Bürgen.

Die Bilderberger

In diesem Zusammenhang ist es äußerst interessant, sich einmal mit den Bilderbergern zu beschäftigen und die Teilnehmerlisten dieser Zusammenkünfte anzuschauen. Oliver Janich geht in seinem Buch intensiv auf diese Strukturen ein. Tatsächlich halte ich es für äußerst wahrscheinlich, dass es sich bei dem ganzen Politik-Zirkus nur um einen inszenierten Showact (das Sarrazin-Wulff-Theater zählt m. E. auch dazu) handelt und die wahren, weitestgehend unbekannten Strippenzieher aus dem Hintergrund den Politikern die Richtlinien ihrer Politik vorgeben.

Noch vor wenigen Jahren wurde die Existenz der Bilderberger-Organisation geleugnet und jeder als Verschwörungstheoretiker verunglimpft, der nur das Wort „Bilderberg“ in den Mund nahm. Heutzutage – O Wunder! -  gibt es eine offizielle Internetseite: http://www.bilderbergmeetings.org/ wobei natürlich die Beschlüsse, die auf diesen Meetings getroffen werden, nicht an die Öffentlichkeit dringen. Was das noch mit Demokratie zu tun haben soll, muss mir erst noch jemand erklären!

Die Klärung eines Missverständnisses

Sowohl die heutigen Vertreter der Österreichische Schule als auch die „modernen“ Freiwirtschaftler haben diesen Missstand erkannt und pochen de jure auf die Rückführung des Rechtes zur Geldschöpfung und/oder Verwendung eines eigenen Geldes in Volkes Hand. Ein freies Marktgeld muss her! Doch scheint mir, dass ein Missverständnis hinsichtlich des Begriffes „Staat“ vorliegt und der Ausdruck „staatliches Geldmonopol“ zur weiteren Verwirrung beiträgt. In den Augen der „Austrians“ ist mit Staat die Symbiose zwischen Staatsregierung und der im Hintergrund wirkenden Machtelite gemeint. Freiwirtschaftler sehen im „Staat“ in erster Linie das Staatsvolk. Im Grunde meinen und beschreiben beide Gruppierungen eigentlich dasselbe, nur mit unterschiedlichen Termini.

Einen Moment, ... gerade bemerkt der Autor dieser Zeilen, dass er selbst genau diesem Missverständnis erlegen ist, denn nur so sind die ersten beiden Absätze dieses Artikels erklärbar. Die Tätigkeit des Schreibens hilft bisweilen bei der Selbstreflektion und –kritik. Dieser Punkt dürfte daher durch Einsicht geklärt sein. ;-)

Der böse Staat und seine Schulden

Doch verlassen wir nun die Welt der „Verschwörungen“ und kehren zurück in die Welt, die uns besser bekannt ist.

Konnte die Bundesrepublik Deutschland bis Ende 1993 noch vier Mrd. DM jährlich durch Direktkredite bei der Zentralbank selbst in Umlauf bringen, ist diese Möglichkeit der Geldschöpfung seit diesem Zeitpunkt Geschichte. Gleichzeitig wird seitens der Vertreter aus der Banken- und Zentralbankenwelt auf den bösen Staat geschimpft und ihm Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit zur Konsolidierung der Staatsfinanzen unterstellt. In Wirklichkeit ist die Verschuldung der Staaten eine der Grundlagen dafür, dass dieses System überhaupt so funktionieren kann, wie es funktioniert! Ohne beständige Ausweitung der Staatsschulden auch vor 1994, hätte es keine Möglichkeit zur Ausweitung der Geldvermögen gegeben. Ohne Schuldenaufnahme funktioniert das bestehende Geldsystem nun einmal nicht.

Zur Sicherung der Schulden wurden bestehendes Eigentum, Sachwerte und zukünftige Arbeitsleistungen (Steuereinnahmen) herangezogen. Zunächst schien diese Geld- und Wirtschaftsordnung über viele Jahrzehnte stabil, reibungslos und nachhaltig zu funktionieren, bis schleichend eine Grenze überschritten wurde, die gerade in den letzten beiden Jahren gnadenlos die Schwächen unseres bestehenden Geldsystems aufzeigte und zuerst zu verbalen, dann zu immer gewaltvolleren Auseinandersetzungen, letztendlich zum (Bürger-)Krieg und Auflösung der öffentlichen Ordnung führen muss. Zurzeit befinden wir uns immer noch am Anfang dieser Auflösungsphase.

Inflation und Zins

Der 1. Teil dieses Aufsatzes endete mit der Frage: Welcher Mechanismus führt also letztendlich zur Ausweitung der Geldmenge?

Der Begriff „Inflation“ wird oft mit dem vermeintlichen Synonym „Preissteigerungen“ simplifiziert. Hierzu ist anzumerken, dass es sich bei Preissteigerungen nur um eine Folge der Inflation, - nämlich der Aufblähung der Geldmenge -  handelt. (lat. inflare = aufblähen). Inflation kann, aber muss nicht zwingend zu Preissteigerungen in der Realwirtschaft führen, wenn das zusätzliche Geld keine, - oder nur in begrenztem Maße - Waren und Dienstleistungen nachfragt.

Preissteigerungen sind in der Regel ärgerlich. Wenn mir zum Beispiel damals zu D-Mark-Zeiten ein Pizzabäcker für DM 13,- bis DM 22,- eine Pizza hätte andrehen wollen, wäre ich wahrscheinlich fassungslos gewesen und hätte ihn ausgelacht. Ebenso erstaunt bin ich immer wieder, wenn ich die DM-Preise auf guten, alten Taschenbüchern sehe. Für DM 5,95 (€3,00) bekommt man heute allenfalls noch einen etwas dickeren Groschenroman.

Doch haben sich viele Menschen an die Euro-Preise  gewöhnt, obwohl zwei Drittel der Deutschen auch heute noch gelegentlich in DM umrechnen. Andererseits haben sich auch Dinge, vor allem im Bereich Elektronik in Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis verbilligt, was keineswegs heißt, dass ich ein Befürworter der hedonischen Methode bin, die Qualitätsverbesserungen in die Berechnung der Preissteigerungsrate einfließen lässt. Inwieweit der technische „Fortschritt“ tatsächlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität beigetragen hat, sei dahin gestellt. Anmerken möchte ich nur, dass ich es oft genieße, wenn ich mein Handy (war vor 1990 eigentlich Steinzeit?) einmal zuhause vergessen habe und einen ganzen Tag lang keine Anrufe bekomme oder auf SMS reagieren muss. Wundervolle Ruhe!

In der Regel wird die Staatsverschuldung für die inflationäre Ausweitung der Geldmenge und eine drohende Hyperinflation verantwortlich gemacht. Und auch in heutiger Zeit wird die Angst in den Medien geschürt, dass überbordende Haushaltsdefizite und Neuverschuldung zum direkten Weg in die Hyperinflation und zur Enteignung der Geldvermögen führe. Und auch der angebliche „Magier der Märkte“ Alan Greenspan sagte einmal:

„Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die 'versteckte' Enteignung von Vermögen.“

Kurzfristig betrachtet, mag der Standpunkt Greenspans richtig sein, denn die Vergabe von Krediten erhöht die Geldmenge, wenn im Gesamtsystem die Vergabe neuer Kredite höher ist, als die Tilgungssumme noch ausstehender Kredite. Bedingt durch stetig steigende Zins- und Tilgungslasten steht jedoch auf Dauer den Schuldnerstaaten - und damit dem Staatsvolk! - immer weniger Geld für Investitionen und Erhalt bestehender Strukturen zur Verfügung. In Folge werden Sparpakete aufgelegt, die nichts anderes bedeuten als Kürzungen bei den Ausgaben, so dass immer weniger Geld in der Wirtschaft und somit beim Bürger ankommt, was wiederum auch zu geringeren Steuereinnahmen führt (siehe PIIIGS/deutsche Kommunen).

Diese Wirkungsweise von Schulden gilt übrigens auch für Konsumentenkredite im Privatbereich: Wer dauerhaft auf Pump kauft, damit die Geldmenge erhöht und somit kurzfristig die Wirtschaft belebt, hat, - bedingt durch die fälligen Zinsen - langfristig weniger in der Tasche und kann somit in der Zukunft auch weniger konsumieren (siehe USA). Entscheidend für die Entwicklung des wirtschaftlichen Gesamtsystems ist in Folge immer die Frage, ob und in welcher Höhe eingenommene Zinsen des Kreditgebers wieder zurück in die Realwirtschaft fließen oder ob sie zur Geldvermögensbildung verwendet werden und  ihren Weg an den Kapitalmarkt finden.

Des Weiteren ermöglichen (u.a.) die staatlichen Zinszahlungen an die Banken die Zinsgewinne der Anleger bei den Geschäftsbanken. Fließen diese Zinszahlungen nicht wieder zurück in die Realwirtschaft, kommt es zu einem Teufelskreis, der bedingt durch den Faktor Zeit immer schneller rotiert und für ein beständiges exponentielles Anwachsen der Vermögen sorgt und auf der anderen Seite einen ständigen neuen Verschuldungszwang auslöst.

Jedoch: Solange nicht plötzlich die bestehenden Regeln geändert werden und der Staat tatsächlich beginnt, selbst übermäßig Geld zu drucken und in den Wirtschaftskreislauf über Investitionen und Sozialleistungen an die Bürger zu verteilen, kann er auch keine Inflation oder gar Hyperinflation auslösen. Langfristig wirken die ausufernden Staatsschulden sogar preissenkend auf die Realwirtschaft („deflationär“) und führen keineswegs zu Preissteigerungen („Inflation“) bei realen Waren und Dienstleistungen, solange die Neuverschuldung nur die Neuersparnisse der Sparer ausgleicht.

Ersparnissbildung und Geldvermögensaufbau haben hingegen zunächst eine preissenkende („deflationäre“) Wirkung auf die Realwirtschaft, da ihr dieses Geld entzogen und an den Kapitalmärkten renditebringend angelegt wird. Langfristig jedoch sind diese Ersparnisse die wahre Ursache von Geldmengenausweitung und Inflation im heutigen Geldsystem und können letztendlich eine Hyperinflation auslösen, wenn das Vertrauen in die Währung schrittweise verloren geht. Eine Hyperinflation kommt keineswegs plötzlich und unverhofft, sondern sie ist das Ergebnis einer jahrelangen systembedingten Fehlentwicklung.  Letzten Endes wird die Entwertung der Währung im heutigen Geldsystem durch die hohen Geldvermögen, denen nicht mehr genügend reale Güter und Sachwerte gegenüber stehen, ausgelöst werden können.

Fazit

Das bereits vorhandene gesparte (Giral-)Geld in Deutschland in Höhe von 4,7 Billionen Euro reicht bereits aus, um eine Hyperinflation bedingt durch Vertrauensverlust auszulösen. Sollte jedoch das marode weltweite Bankensystem vorher zusammenbrechen, besteht auch immer noch die Möglichkeit einer heftigen deflationären Depression durch gleichzeitige Vernichtung von Giralgeldguthaben und Bankschulden. Die Zukunft hängt an einem seidenen Vertrauensfaden.     

... wird in Teil 3 fortgesetzt

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