Relativ wenig durch die amerikanische Öffentlichkeit beachtet, ernannte Donald Trump den ehemaligen Goldman-Sachs-Partner Steven Mnuchin vor rund einem halben Jahr zu dessen rechter Hand in Sachen Geldbeschaffung für den Wahlkampf.

Auch für Soros Fund Management war Mnuchin in der Vergangenheit als Mitarbeiter aktiv. Mnuchin war Trump in den letzten sechs Monaten dabei behilflich, mehrere zehn Millionen US-Dollars unter Großspendern einzusammeln.

Und wer so fleißig sammelt, muss auch belohnt werden. Diese Belohnung soll Mnuchin nun durch die Zusage zur Übernahme des Finanzministerpostens in einer Regierung Trump zuteil werden. Goldman Sachs und George Soros strecken ihre Fühler nun einmal in alle Richtungen aus. Nichts bleibt dem Zufall überlassen.

Trump kennt die "Jungs von Goldman"

Das Establishment würde im Fall eines Trump-Siegs also verlieren, glauben Sie? Davon lässt sich nicht ausgehen. Clinton ist lediglich diejenige von beiden Kandidaten, die das Establishment und die Banken an der Wall Street bevorzugen.

Trump würde sich durch einen solchen Schritt auch unglaubwürdig machen, sich in den vergangenen Monaten aufgrund der Nähe Hillarys zu den großen Wall-Street-Banken häufig als Kritiker Clintons aufspielend.

In einer seiner Wahlkampfreden teilte Trump seinen Zuhörern mit, dass er die Jungs bei Goldman kenne. Es seien jene Jungs, die Hillary Clinton kontrollierten. Trump hielten diese Tiraden nicht davon ab, selbst einen Ex-Goldman-Partner als Geldbeschaffer anzuheuern.

Geldspenden zu Gunsten der Demokraten

Seltsam muten die Dinge dann an, wenn man berücksichtigt, dass Mnuchin den Demokraten häufig Geld gespendet hat. Unter den Geldempfängern befand sich neben Hillary auch der aus dem Amt scheidende Präsident Barack Obama.

Die Hedgefondsindustrie in vielen seiner Reden frontal angreifend, insistierte Trump wieder und wieder darauf, Banken und Hedgefonds in seiner Eigenschaft als neuem Präsidenten des Landes die gesetzlichen Schlupflöcher schließen zu wollen.

Steuerzahlungen kämen auf die Banken- und Hedgefondsindustrie unter seiner Ägide zu, so Trump, er werde es diesen Akteuren nicht erlauben, weiterhin „mit einem Mord ungesühnt davon zu kommen“.

Wahlkampfkosten in Milliardenhöhe

Hehre Worte, lautes Gebrüll, doch hinter den Kulissen scheinen die Dinge denn doch ein wenig anders zu laufen. Trump hat längst erkannt, dass er den teuersten Wahlkampf der Geschichte nicht komplett aus seiner Portokasse bezahlen kann.

Die Wahlkampfkosten summieren sich in beiden Lagern in die Milliarden, so dass auch ein Milliardär ins Schlingern geraten könnte. Offenbar sind Leute wie Mnuchin auch ganz gut darin, Geld aus den verschiedensten Bereichen zusammenzukratzen. Und somit unersetzlich.   

Mnuchin gehört zu eben jenen Personen an der Wall Street, die durch Trump in dessen Wahlkampfreden frontal angegriffen wurden. Einst erklärte Mnuchin, dass die Verbriefung von Forderungen an sich eine sehr positive Entwicklung im Bankwesen sei.

Mnuchin-Familie schon lange eng mit Goldman Sachs

Nur auf diese Weise ließen sich die verschiedensten Bereiche der amerikanischen Wirtschaft auch weiterhin finanzieren. Die dunklen Schattenseiten des Verbriefungswesens hätten sich, so Mnuchin, erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar gemacht.

Auch Mnuchins Vater Robert war in den 1960iger Jahren schon Partner bei Goldman Sachs. Der Sohn trat nach seinem Eintritt ins Erwerbsleben und einer ersten Station bei der Firma Salomon Brothers in dessen Fußstapfen.

Vor zwei Jahren trat Mnuchin zudem den Posten des Vizepräsidenten bei dem Hollywood-Studio Relativity Media an. Im vergangenen Sommer ging das Unternehmen in Konkurs, Mnuchins Weste war von da ab nicht mehr weiß.

Goldman regiert immer mit - egal, wer Präsident wird

Mehrere Hundert Millionen Dollar an Investorenkapital waren futsch. Wie sieht es bei Hillary aus? Wer wird in ihrer Mannschaft den Posten des Finanzministers übernehmen? Die Antwort liegt auf der Hand.

Es ist natürlich auch ein hochrangiger Goldman-Vertreter. Dabei handelt es sich um den ehemaligen CFTC-Kommissar Gary Gensler, der unter Clinton mit aller Wahrscheinlichkeit Finanzminister werden dürfte.

In Sachen Clinton war mit einer solchen Ernennung zu rechnen. Doch von Trump, der sich im laufenden Wahlkampf sehr erfolgreich als „Anti-Establishment-Kandidat“ inszenierte, hätten dessen Unterstützer ganz sicher anderes als die potenzielle Berufung eines „Ex-Goldmannes“ erwartet, nicht wahr?



Dies ist eine Zusammenfassung eines am 3. November 2016 bei Zero Hedge erschienenen englischen Original-Beitrages.

Diesen finden Sie unter dem folgenden Link:

http://www.zerohedge.com/news/2016-11-03/trump-wants-former-goldman-partner-and-soros-employee-serve-treasury-secretary