Türkei als Auslöser der nächsten Finanz- und Wirtschaftskrise?
"Das Crashpotenzial an den Aktienbörsen, den Bond- und Immobilienmärkten ist heute deutlich höher als 2008. Der Sturz könnte also wesentlich tiefer werden als während der Finanzkrise 2007-2009." schreibt Prof. Dr. Christian Kreiß in seinem heutigen Gastbetrag und erörtert, inwieweit die Türkei ein Auslöser für die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise sein könnte.
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Ich habe versucht zu verstehen, mein Verstand ist zu klein.
Ich denke, auch in Polen " geht so was ab".
Vielleicht könnte "graumann", wenn ich mich richtig erinnere, nochmal was dazu sagen.
Hatte auch noch nie von einer BBVA gehört...aber wer bin schon ich!
frock
am 01.12.2021 um 19:00 Uhr
Könnte, könnte... Warum "nächste Finanzkrise", sind wir nicht schon seit einiger Zeit in einer andauernden Finanzkrise?
oppel
am 01.12.2021 um 22:26 Uhr
@ryba
Wo haben Sie was von BBVA gelesen, in dem Artikel habe ich davon nichts gesehen.
Nach meinen Kenntnissen handelt es sich bei BBVA um die Kurzbezeichnung der spanischen BancoBilbaoVizcaya. Die kam vor einiger Zeit mal finanziell ins Schleudern.
@ Prof. Kreiss
Wie schön, wieder ein Schwarzmaler, der es hinterher schon vorher gewusst hat. Von solchen Propheten haben wir schon genug, und genug. Die Welt braucht positives Denken und Handeln.
Sie reduzieren die latente Fragilität der Finanzmärkte auf die aktuelle Lage der Türkei und deren möglichen Einfluss auf die globale Finanzliquidität. Das ist aber zu kurz und einäugig geschossen. Die vorige Finanzkrise wurde auch nicht, wie Sie mehrfach eingrenzend schreiben, durch zu hohe Immobilien- und Aktienpreise ausgelöst, sondern durch kriminelle Machenschaften der Wall Street, faule Kredite als "Asset Backed" Investment Papiere (Werte-gesicherte Investitionswerte) in den globalen Finanzmarkt zu streuen. Leider haben die meisten Banken das nicht durchschaut (deren Kunden leider noch weniger), hauptsächlich deswegen, weil in den oberen Etagen der Banken keine wahren, gelernten Banker mehr sassen, sondern frühere Versicherungsagenten, die von den neuen Eigentümern der Banken, nämlich Versicherungsgesellschaften, auf prestigeträchtige Bankdirektorenposten gehievt worden waren. Diese banktechischen Ignoranten, die weder von Kredit- noch von Markt-, Devisen-, Zins- oder Wertstellungsrisiken noch dem allgemeinen operationellen Bankbetrieb einen blassen Schimmer hatten, waren mit solchen Geschäftsarten und –praktiken vollends überfordert.
Lehman Brothers war das lokale Opfer, das man dafür in den USA über die Klinge springen liess, im Übrigen zu Gunsten einiger der im Hintergrund agierenden, am Profit einer Übernnahme der verbleibenden Nettoassets von LB interessierten Wall-Streetler. LB wäre durchaus zu retten gewesen.
Der auslösende Grund für die weltweit folgende Krise war weniger der Untergang von LB als mehr die Angst und Panik der Banken, keine ausreichende Kontrolle und Sicherheit darüber zu haben, wo das eigene Geld im internationalen Finanznetz eigentlich liegt, und ob alle beteiligten Akteure ihre Verbindlichkeiten zur Rückentwicklung der gegenseitig eingegangenen Finanzverkettungen ablösen könnten. Das Problem war also und würde auch heute wieder der plötzliche Vertrauensverlust des Marktes in die Gesamtliquidität und die Liquidität der beteiligten Marktplayer sein.
Nur um diesen Vertrauensverlust und das damit einhergehende Chaos zu vermeiden, wurden und werden finanzlabile Staaten wie Argentinien, Mexiko, Polen und Griechenland, um nur einige zu nennen, laufend von den internationalen Finanzmärkten, IMF, Worldbank und Geschäftsbanken (syndicated Loans) usw. gestützt und der Markt damit stabil gehalten.
Man kann sicher sein, dass auch die Türkei, ein geopolitisch wichtiges Land und Natopartner, nicht im Regen stehen gelassen wird, auch wenn Herr Erdogan und "the Turcs" von den Amerikanern und der Wall Street nicht geschätzt werden (spreche aus meiner Erfahrung mit US Bankmanagern).
Insofern halte ich es für unseriös, die Türkei schon im voraus kassandra-artig als alleinigen Auslöser einer nächsten Weltfinanzkrise 2.0 auszurufen. Eine solche kann durch jeden anderen labilen oder ausfallenden Player am Finanzmarkt ausgelöst werden.
Hierzu muss noch angemerkt werden, dass die Banken, zumindest die US- und europäischen Banken, inzwischen wesentlich verbesserte Kapitaldeckungen haben und die Finanz- und Aufsichtsbehörden und internationalen Marktstrukturen über entsprechend ausgeweitete Interventionskapazitäten verfügen, um einen unkontrollierten Zusammenbruch soweit (und hoffentlich so lange) wie möglich zu vermeiden.
Ihr Artikel ist insofern inkomplett und weitgehend negativ, da diese Aspekte nicht erwähnt werden;
Wir brauchen nicht noch mehr Schwarzmaler in unserer Welt, sondern Menschen mit positiven Gedanken und entsprechenden Initiativen. Dazu gehört in erster Linie eine ausgewogene Berichterstattung.
Auch ich habe das Bankfach, Wirtschaftslehre und internationales Bank- und Handelsrecht und Finanzauditing in drei verschiedenen Ländern/Unis studiert und nunmehr 40 Jahre im internationalen Finanzmarkt gearbeitet.
Ich habe meine Kenntnisse, Errfahrungen und internationalen Geschäftsbeziehungen dazu benutzt, internationale Bankgeschäfte, Finanzbeziehungen, globales Cashmanagement sowie Bank- und Börsenunternehmen zu modernisieren und zu restrukturieren, und Kontrollsysteme für die internationalen Finanzströme entwickelt und weltweit eingeführt.
Ich wiederhole: Wir brauchen keine Schwarzmaler in unserer Welt, sondern Menschen mit positiven Gedanken und ebensolchen Initiativen!
Statt Kassandrarufe, die nur Ängste und Panik beim „kleinen Mann“ schüren, wären für die Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte eine allgemeine Neuorientierung der Geschäftspraktiken und -grundlagen, erweiterte Sicherungsmassnahmen und verbesserte Kontrollen (s. BBVA, Wirecard, Cum-Cum und Cum-Ex Betrug,, Dresdner Bank/Allianz-Pleite, DG-Bank- und WestLB-Pleite, usw. usw.) und bessere Kenntnis der Märkte und Handelsprodukte sowie grösseres Verantwortungsbewusstsein der Politiker und der Banker wichtige Schritte zur Sicherung der internationalen Finanzmärkte.
Da wäre noch viel Schaffensraum für positive Initiativen.
Beste Grüsse an alle Leser,
Ralph Oppel
ryba
am 02.12.2021 um 16:25 Uhr
@oppel; bei zerohedge gelesen
graugraman
am 03.12.2021 um 16:54 Uhr
Der enorme weltweite Bedarf an USD hat dazu geführt, dass aus Sicht der USA die Welt nun zweigeteilt ist, nämlich in jene Länder, die Zugang zu USD haben und jene, die keinen (direkten) Zugang zu USD haben.
Diejenigen, die keinen freien Zugang zu USD haben, werden in der Regel (fast) alles tun und sich allen Forderungen unterwerfen, um diesen Zugang zu bekommen. Wirklich Alle? Nun, da wimmelt es ja nur so von Möchtegern Asterix und Obelix mit mehr oder weniger guten Karten (oder Zaubertränken) in den Händen.
Letztlich steuert die Fed diesen Prozess und sie nennt ihn "SWAP Lines". Auf der Fed eigenen Website werden die Swap Lines ziemlich gut erklärt (siehe: https://www.federalreserve.gov/newsevents/pressreleases/swap-lines-faqs.htm)
Hier findet man die Liste der Länder, die freien Zugang zu USD über die Swap Lines haben und damit jederzeit ihre eigene Währung gegen (frisch gedruckte) USD tauschen können. Es sind folgende Länder, bzw. deren Zentralbanken:
- Bank of Canada
- Bank of England
- ECB
- Bank of Japan
- Swiss National Bank
Diese Liste wurde am 19.03.2020 durch folgende Länder erweitert (was für ein zufälliges Datum):
- Reserve Bank of Australia
- Banco Central do Brasil
- Danmarks Nationalbank
- Bank of Korea
- Banco de Mexico
- Reserve Bank of New Zealand
- Norges Bank (Norway)
- Monetary Authority of Singapore
- Sverige Riksbank
Sieht jemand die Türkei auf dieser Liste?
Was bedeutet dies nun? Für die "Guten" bedeutet es, dass sie sich weiter in USD verschulden können und damit weiter in die Abhängigkeit gezogen werden und für die "Weniger Guten" ist die Situation von vorneherein heikel, da jeglicher Stress in deren nationalen Finanzsystemen einen immensen USD-Bedarf auslösen wird. Genau diesen Stress möchten diese Länder gerne dadurch abmildern, dass sie in den edlen Club der SWAP-Line Nations aufgenommen werden wollen. Wir ahnen schon zu welchem Preis.
Falls nicht, hier ein paar Ideen: diese Länder werden sich hüten ihre Gold-, Cu-Minen, Ölquellen etc. zu verstaatlichen und amerikanischen Konzernen Übernahmen in diesen und anderen Sektoren zu erschweren oder gar zu verbieten. Natürlich werden sich diese Länder auch davor hüten USD-Rückflüsse in Form von Gewinnen und Dividenden durch irgendwelche Kapitalkontrollmassnahmen zu behindern.
Ca. 85 weitere Länder bewerben sich gerade für den direkten Zugang zu USD in Form von einer SWAP Line. Darunter befindet sich auch Indien, das wahrscheinlich die besten Chancen hat demnächst aufgenommen zu werden. Der Preis dafür ist immer aussenpolitischer Gehorsam und den bezahlt Indien gerade dadurch, dass es China an seiner Nordgrenze mit einem Konflikt beschäftigt, den kein Mensch je verstehen wird.
Es werden weitere Länder folgen, die hier Schlange stehen, erst recht, wenn MMT die Welt weiter mit USD flutet. Dadurch wird der geopolitische Hebel für die USD-Herausgeber immer grösser. Dies läuft zwangsläufig auf die Spaltung der Welt hinaus. Es wird zumindest drei Länder geben, die hier niemals dabei sein werden: China, Russland und Iran. Vielleicht kommt die Türkei irgendwann mit dazu.
Zurück zu dem eigentlichen Thema in diesem Beitrag: könnte die Türkei der Trigger zu dem nächsten Crash sein?
Meine Meinung dazu: Es kommt drauf an!
Kriegt Erdogan gerade noch die Kurve und positioniert sich gegen Putin wird alles gut. Ansonsten passiert, was passieren muss. Ob das dann den Rest der Welt mit in den Abgrund reissen wird, weiss niemand. Auch dies könnte ja durchaus gewollt sein. Wenn man sich die weltweiten "Corona-Massnahmen" ansieht, kann man ja nur zu dem Schluss kommen, dass der Zusammenbruch mit aller Gewalt herbeigeführt werden soll. Aber wer hat hier schon den richtigen Blick auf die Glaskugel?
Jedenfalls bleib ich dabei: rein wirtschaftlich und geldpolitisch steht die Türkei nicht so schlecht da im Vergleich zu anderen Nationen. Was immer dort in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten passiert, es wird wohl auch so gewollt sein und wie immer leiden die Menschen am meisten, die eigentlich nichts anderes wollen als in Ruhe gelassen zu werden. Und das ist überall auf der Welt so.
ryba
am 07.12.2021 um 15:02 Uhr
@graugraman : danke!
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Kommentare
Ich habe versucht zu verstehen, mein Verstand ist zu klein.
Ich denke, auch in Polen " geht so was ab".
Vielleicht könnte "graumann", wenn ich mich richtig erinnere, nochmal was dazu sagen.
Hatte auch noch nie von einer BBVA gehört...aber wer bin schon ich!
Wo haben Sie was von BBVA gelesen, in dem Artikel habe ich davon nichts gesehen.
Nach meinen Kenntnissen handelt es sich bei BBVA um die Kurzbezeichnung der spanischen BancoBilbaoVizcaya. Die kam vor einiger Zeit mal finanziell ins Schleudern.
@ Prof. Kreiss
Wie schön, wieder ein Schwarzmaler, der es hinterher schon vorher gewusst hat. Von solchen Propheten haben wir schon genug, und genug. Die Welt braucht positives Denken und Handeln.
Sie reduzieren die latente Fragilität der Finanzmärkte auf die aktuelle Lage der Türkei und deren möglichen Einfluss auf die globale Finanzliquidität. Das ist aber zu kurz und einäugig geschossen. Die vorige Finanzkrise wurde auch nicht, wie Sie mehrfach eingrenzend schreiben, durch zu hohe Immobilien- und Aktienpreise ausgelöst, sondern durch kriminelle Machenschaften der Wall Street, faule Kredite als "Asset Backed" Investment Papiere (Werte-gesicherte Investitionswerte) in den globalen Finanzmarkt zu streuen. Leider haben die meisten Banken das nicht durchschaut (deren Kunden leider noch weniger), hauptsächlich deswegen, weil in den oberen Etagen der Banken keine wahren, gelernten Banker mehr sassen, sondern frühere Versicherungsagenten, die von den neuen Eigentümern der Banken, nämlich Versicherungsgesellschaften, auf prestigeträchtige Bankdirektorenposten gehievt worden waren. Diese banktechischen Ignoranten, die weder von Kredit- noch von Markt-, Devisen-, Zins- oder Wertstellungsrisiken noch dem allgemeinen operationellen Bankbetrieb einen blassen Schimmer hatten, waren mit solchen Geschäftsarten und –praktiken vollends überfordert.
Lehman Brothers war das lokale Opfer, das man dafür in den USA über die Klinge springen liess, im Übrigen zu Gunsten einiger der im Hintergrund agierenden, am Profit einer Übernnahme der verbleibenden Nettoassets von LB interessierten Wall-Streetler. LB wäre durchaus zu retten gewesen.
Der auslösende Grund für die weltweit folgende Krise war weniger der Untergang von LB als mehr die Angst und Panik der Banken, keine ausreichende Kontrolle und Sicherheit darüber zu haben, wo das eigene Geld im internationalen Finanznetz eigentlich liegt, und ob alle beteiligten Akteure ihre Verbindlichkeiten zur Rückentwicklung der gegenseitig eingegangenen Finanzverkettungen ablösen könnten. Das Problem war also und würde auch heute wieder der plötzliche Vertrauensverlust des Marktes in die Gesamtliquidität und die Liquidität der beteiligten Marktplayer sein.
Nur um diesen Vertrauensverlust und das damit einhergehende Chaos zu vermeiden, wurden und werden finanzlabile Staaten wie Argentinien, Mexiko, Polen und Griechenland, um nur einige zu nennen, laufend von den internationalen Finanzmärkten, IMF, Worldbank und Geschäftsbanken (syndicated Loans) usw. gestützt und der Markt damit stabil gehalten.
Man kann sicher sein, dass auch die Türkei, ein geopolitisch wichtiges Land und Natopartner, nicht im Regen stehen gelassen wird, auch wenn Herr Erdogan und "the Turcs" von den Amerikanern und der Wall Street nicht geschätzt werden (spreche aus meiner Erfahrung mit US Bankmanagern).
Insofern halte ich es für unseriös, die Türkei schon im voraus kassandra-artig als alleinigen Auslöser einer nächsten Weltfinanzkrise 2.0 auszurufen. Eine solche kann durch jeden anderen labilen oder ausfallenden Player am Finanzmarkt ausgelöst werden.
Hierzu muss noch angemerkt werden, dass die Banken, zumindest die US- und europäischen Banken, inzwischen wesentlich verbesserte Kapitaldeckungen haben und die Finanz- und Aufsichtsbehörden und internationalen Marktstrukturen über entsprechend ausgeweitete Interventionskapazitäten verfügen, um einen unkontrollierten Zusammenbruch soweit (und hoffentlich so lange) wie möglich zu vermeiden.
Ihr Artikel ist insofern inkomplett und weitgehend negativ, da diese Aspekte nicht erwähnt werden;
Wir brauchen nicht noch mehr Schwarzmaler in unserer Welt, sondern Menschen mit positiven Gedanken und entsprechenden Initiativen. Dazu gehört in erster Linie eine ausgewogene Berichterstattung.
Auch ich habe das Bankfach, Wirtschaftslehre und internationales Bank- und Handelsrecht und Finanzauditing in drei verschiedenen Ländern/Unis studiert und nunmehr 40 Jahre im internationalen Finanzmarkt gearbeitet.
Ich habe meine Kenntnisse, Errfahrungen und internationalen Geschäftsbeziehungen dazu benutzt, internationale Bankgeschäfte, Finanzbeziehungen, globales Cashmanagement sowie Bank- und Börsenunternehmen zu modernisieren und zu restrukturieren, und Kontrollsysteme für die internationalen Finanzströme entwickelt und weltweit eingeführt.
Ich wiederhole: Wir brauchen keine Schwarzmaler in unserer Welt, sondern Menschen mit positiven Gedanken und ebensolchen Initiativen!
Statt Kassandrarufe, die nur Ängste und Panik beim „kleinen Mann“ schüren, wären für die Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte eine allgemeine Neuorientierung der Geschäftspraktiken und -grundlagen, erweiterte Sicherungsmassnahmen und verbesserte Kontrollen (s. BBVA, Wirecard, Cum-Cum und Cum-Ex Betrug,, Dresdner Bank/Allianz-Pleite, DG-Bank- und WestLB-Pleite, usw. usw.) und bessere Kenntnis der Märkte und Handelsprodukte sowie grösseres Verantwortungsbewusstsein der Politiker und der Banker wichtige Schritte zur Sicherung der internationalen Finanzmärkte.
Da wäre noch viel Schaffensraum für positive Initiativen.
Beste Grüsse an alle Leser,
Ralph Oppel
Diejenigen, die keinen freien Zugang zu USD haben, werden in der Regel (fast) alles tun und sich allen Forderungen unterwerfen, um diesen Zugang zu bekommen. Wirklich Alle? Nun, da wimmelt es ja nur so von Möchtegern Asterix und Obelix mit mehr oder weniger guten Karten (oder Zaubertränken) in den Händen.
Letztlich steuert die Fed diesen Prozess und sie nennt ihn "SWAP Lines". Auf der Fed eigenen Website werden die Swap Lines ziemlich gut erklärt (siehe: https://www.federalreserve.gov/newsevents/pressreleases/swap-lines-faqs.htm)
Hier findet man die Liste der Länder, die freien Zugang zu USD über die Swap Lines haben und damit jederzeit ihre eigene Währung gegen (frisch gedruckte) USD tauschen können. Es sind folgende Länder, bzw. deren Zentralbanken:
- Bank of Canada
- Bank of England
- ECB
- Bank of Japan
- Swiss National Bank
Diese Liste wurde am 19.03.2020 durch folgende Länder erweitert (was für ein zufälliges Datum):
- Reserve Bank of Australia
- Banco Central do Brasil
- Danmarks Nationalbank
- Bank of Korea
- Banco de Mexico
- Reserve Bank of New Zealand
- Norges Bank (Norway)
- Monetary Authority of Singapore
- Sverige Riksbank
Sieht jemand die Türkei auf dieser Liste?
Was bedeutet dies nun? Für die "Guten" bedeutet es, dass sie sich weiter in USD verschulden können und damit weiter in die Abhängigkeit gezogen werden und für die "Weniger Guten" ist die Situation von vorneherein heikel, da jeglicher Stress in deren nationalen Finanzsystemen einen immensen USD-Bedarf auslösen wird. Genau diesen Stress möchten diese Länder gerne dadurch abmildern, dass sie in den edlen Club der SWAP-Line Nations aufgenommen werden wollen. Wir ahnen schon zu welchem Preis.
Falls nicht, hier ein paar Ideen: diese Länder werden sich hüten ihre Gold-, Cu-Minen, Ölquellen etc. zu verstaatlichen und amerikanischen Konzernen Übernahmen in diesen und anderen Sektoren zu erschweren oder gar zu verbieten. Natürlich werden sich diese Länder auch davor hüten USD-Rückflüsse in Form von Gewinnen und Dividenden durch irgendwelche Kapitalkontrollmassnahmen zu behindern.
Ca. 85 weitere Länder bewerben sich gerade für den direkten Zugang zu USD in Form von einer SWAP Line. Darunter befindet sich auch Indien, das wahrscheinlich die besten Chancen hat demnächst aufgenommen zu werden. Der Preis dafür ist immer aussenpolitischer Gehorsam und den bezahlt Indien gerade dadurch, dass es China an seiner Nordgrenze mit einem Konflikt beschäftigt, den kein Mensch je verstehen wird.
Es werden weitere Länder folgen, die hier Schlange stehen, erst recht, wenn MMT die Welt weiter mit USD flutet. Dadurch wird der geopolitische Hebel für die USD-Herausgeber immer grösser. Dies läuft zwangsläufig auf die Spaltung der Welt hinaus. Es wird zumindest drei Länder geben, die hier niemals dabei sein werden: China, Russland und Iran. Vielleicht kommt die Türkei irgendwann mit dazu.
Zurück zu dem eigentlichen Thema in diesem Beitrag: könnte die Türkei der Trigger zu dem nächsten Crash sein?
Meine Meinung dazu: Es kommt drauf an!
Kriegt Erdogan gerade noch die Kurve und positioniert sich gegen Putin wird alles gut. Ansonsten passiert, was passieren muss. Ob das dann den Rest der Welt mit in den Abgrund reissen wird, weiss niemand. Auch dies könnte ja durchaus gewollt sein. Wenn man sich die weltweiten "Corona-Massnahmen" ansieht, kann man ja nur zu dem Schluss kommen, dass der Zusammenbruch mit aller Gewalt herbeigeführt werden soll. Aber wer hat hier schon den richtigen Blick auf die Glaskugel?
Jedenfalls bleib ich dabei: rein wirtschaftlich und geldpolitisch steht die Türkei nicht so schlecht da im Vergleich zu anderen Nationen. Was immer dort in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten passiert, es wird wohl auch so gewollt sein und wie immer leiden die Menschen am meisten, die eigentlich nichts anderes wollen als in Ruhe gelassen zu werden. Und das ist überall auf der Welt so.