Für fast alle war der Ball drin, - Sie wissen schon welchen ich meine. Ha, welch ein Spaß, diese geglückte Revanche für sechsundsechzig. Ja, er war drin, aber eben nicht für alle. Schieds- und Linienrichter hatten eine andere Wahrnehmung, was wohl an ihrem Aufenthaltsort und damit ihrer Sicht der Dinge lag. Ja, es ist schon so eine Crux mit der Wahrnehmung.

Zurzeit schauen alle mit großem Vergnügen Fußball, und andere Dinge geraten dabei in Vergessenheit und werden nicht mehr beleuchtet. Was ist eigentlich aus den diversen Steuersünder-CDs geworden? Gab es gar keinen Prominenten unter den Steuerhinterziehern? Werden die Häftlinge in Guantánamo eigentlich immer noch gequält oder beschäftigt man sie mittlerweile mit Tüten kleben? Wie sieht Opels Zukunft aus? Werden die Amerikaner es tatsächlich demütig hinnehmen, dass ihnen deutsche Steuermilliarden versagt bleiben?

Liegt Nordkorea immer noch auf der Achse des Bösen, oder mittlerweile wieder auf dem Breitengrad des geläuterten Libyens? Der Iran bastelt fröhlich weiter an einer weltvernichtenden Atombombe, hört man so, - und in Griechenland schwelt die Schuldenkrise weiter vor sich hin, was aber zumindest den Tageszeitungen kaum noch eine Zeile wert ist, obwohl sich die Situation trotz Eurorettungsmilliardenpaket weiter zuspitzt.

Ich glaube, bei selektiver Wahrnehmung handelt sich um ein ganz normales menschliches Verhaltensmuster. Die Menschen beschäftigen sich halt immer nur mit den Themen, auf welche die Aufmerksamkeit der Betrachter gelenkt wird (werden soll). Das können Sie selbst ausprobieren. Stellen Sie sich doch einfach einmal in die Fußgängerzone ihrer Heimatstadt und zeigen mit einem Finger in die Luft. Wahlweise auf einen Baum oder auch ein Hausdach. Sie werden überrascht sein, wieviele Menschen, die es eigentlich furchtbar eilig hatten, stehen bleiben, um minutenlang in die Luft zu starren. Wenn man Ihnen bezüglich ihres Verhaltens Fragen stellen sollte, grunzen Sie einfach! Das macht die Leute noch neugieriger. Wenn Sie dann nach fünfzehn Minuten von etwa einhundert Menschen umringt sind, sollten Sie sich langsam unauffällig aus dem Staub machen, bevor jemand sauer wird.

Auch wenn Fußball die zur Zeit wichtigste Sache der Welt ist, lassen Sie uns gemeinsam andere wichtige Dinge betrachten. Wir befinden uns im vielleicht ersten Drittel einer globalen Schulden und Guthabenkrise, die es in dieser Dimension noch niemals gegeben hat. Seit 2008 versprechen die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen (G20) eine strikte Regulierung der Finanzmärkte, debattieren jedes Jahr auf´s Neue, doch passiert ist auch in Toronto nichts, - außer dem Verbreiten leerer Worthülsen und Versprechungen.

Guthaben und Schulden steigen weiterhin genauso an, wie auch die weltweiten Leistungsbilanzdefizite und -überschüsse.

Übrigens habe ich in dieser Grafik, die Überschüsse absichtlich rot und die Defizite grün eingefärbt. Es soll darauf hinweisen, dass die eine Seite die andere bedingt. Man kann also keinesfalls die Defizite als schlecht und die Überschüsse als gut darstellen, sondern muss beide Werte in Abhängigkeit von einander betrachten. Provokant ausgedrückt: Die Länder mit Außenhandelsdefiziten sind ihrer Nachfragepflicht auf den Weltmärkten nachgekommen, die Länder mit Außenhandelsüberschüssen befinden sich in einem Kaufstreik. Die Defizite des einen, sind nun einmal automatisch die Überschüsse des anderen Landes.

Die ersten nachhaltigen Maßnahmen auf internationaler Ebene

Ich möchte Ihnen nun, verehrte Leser, einen Vorschlag zur Lösung (und Diskussion auf cashkurs.com) anbieten, um dieses globale Verschuldungsproblem zu lösen.

Die folgenden Vorschläge sind nicht neu und basieren auf Konzepten von verschiedenen Autor/Innen. Sie beschreiben kurz erste Schritte, um die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

- Die G20-Staaten mögen die Einführung einer neuen globalen Verrechnungseinheit beschließen.

- Der Name der neuen Währung soll Mundi (lat. Welt) lauten.

- Die Deckung des Mundi erfolgt durch die 50 bedeutendsten Rohstoffe der Weltwirtschaft.

- Die Stabilität der Währung wird garantiert durch die Rohstoffvorräte, die in den einzelnen Ländern vorhanden sind.

- Die Kosten der Lagerhaltung der Rohstoffe werden den Guthabenhaltern von Mundikonten anteilsmäßig als prozentuelle Kosten berechnet und stellen den Umlauf von Waren und Geld sicher. (Bevor Guthaben belastet werden, verwendet man seine Mundis lieber zum Kauf.)

- Außenhandelsüberschüsse werden mit einer Gebühr belastet, die das System finanzieren. Überschüsse, werden den Defizitländern gut geschrieben.

- Das Eurosystem wird aufgelöst, Guthaben und Schulden der Länder werden in das neue Mundi-System überführt.

- Alle Länder der Eurozone kehren zu ihren nationalen Währungen zurück, um schwächeren Volkswirtschaften die Möglichkeit zur Abwertung ihrer nationalen Währungen zu geben, damit deren Konkurrenzfähigkeit stabilisiert wird.

- Das Mundi-System ermöglicht eine Weltwirtschaft im Gleichgewicht, ohne das bedeutende, langfristige Leistungsbilanzdefizite entstehen können.

Nötig sind weiterhin:

- eine Rückkehr zu nationalen, umlaufgesicherten Vollgeld-Währungssystemen

- die Schaffung eines Währungswettbewerbs auf nationaler Ebene

- die Einführung regionaler, komplementärer und sektoraler Währungen in den einzelnen Ländern nach Bedarf

- die Aufhebung des Geldmonopols und eine Bodenreform als Vorraussetzung für ein nachhaltiges, weltweites Wirtschaften ohne Wachstumszwang bei gleichzeitiger Schonung der Natur, des Planeten und der sozialen Strukturen.

- die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle, und die Aufhebung staatlicher sozialer Transfers

- eine Gesundheitsreform die Gesundwerden und  –bleiben belohnt und unterstützt

- ein Bildungssystem, welches die individuelle Kreativität fördert

- ein Rechtssystem, welches unserer Zeit und den Herausforderungen einer globalisierten Welt angepasst ist

Letztendlich sind all diese Maßnahmen nötig als Vorraussetzung für ein nachhaltiges, weltweites Wirtschaften ohne Wachstumszwang bei gleichzeitiger Schonung der Natur, des Planeten und unserer in den letzten Jahren arg gebeutelter Nerven, denn ...

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,

durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

Denn es geht bei der ganzen Sache um unsere Zukunft:

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft,

denn in ihr gedenke ich zu leben.

Albert Einstein

Denn ein Krieg, um neues Wachstum zu generieren ist heutzutage keine Option mehr:

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen  der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

Albert Einstein

Denn heute ist eine Lösung nur global zu verwirklichen. Also packen wir´s (G193) gemeinsam an:

Holzhacken ist deshalb so beliebt,

weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.

Albert Einstein

Denn schließlich sind wir lieber Mitglied im „geilsten“ Club der Welt als Teilnehmer an einem Schafstreffen (Toronto):

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,

muss man vor allem ein Schaf sein.

Albert Einstein

In Teil 4 geht es weiter. Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Beste Grüße!

P.S.:

Mein Tipp für Deutschland-Argentinien: 3:2 n.V.

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