Im letzten Jahr ist der Wohnungsbau endlich wieder zum Leben erwacht. Mit Erhöhung der Grunderwerbsteuern, Eingriffen ins Mietrecht und Gängelung durch nicht enden wollenden sogenannten „Energieeinsparverordnungen“ wird das sprießende Pflänzchen rücksichtslos zertrampelt. Die Maßnahmen geben deutliche Hinweise auf die asozialen Abgründe derjenigen, die in Deutschland nach dem von ihnen geleisteten Eid  ihre  Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden sollen, aber wohl eher ihr Ziel darin sehen, uns lediglich als Honigbienen zugunsten der Bienenkönigin zu verdingen.

Bis 1997 lag die Grunderwerbsteuer bei 2 Prozent.

Seit dem 01. September 2006 dürfen die einzelnen Bundesländer einen höheren Grunderwerbsteuersatz festlegen. Vorher betrug er einheitlich 3,5%.
Die rot-grüne Landesregierung von Schleswig-Holstein erhöht die Grunderwerbsteuer ab 01.01.2014 massiv auf 6,5 %, nachdem sie die Steuer bereits im Jahr 2012 von 3,5 auf 5,0 % hochgeschraubt hatte. In Berlin gibt es bereits einen SPD-Parteitagsbeschluss die Steuer auf 7,0 % hochschnellen zu lassen; die rot-schwarze Koalition hat sich kurz davor  auf 6,0 % geeinigt.

Schleswig-Holsteins grüne Finanzministerin Monika Heinold sagte,  die Erhöhung würde „durch das sehr niedrige Zinsniveau aufgefangen." Es wäre sehr überraschend, wenn es zur Senkung der Grunderwerbsteuer käme, wenn das Zinsniveau wieder anzieht. Bisher gab es das noch nie. In Baden-Württemberg wurde die  Steuererhöhung mit der Schaffung von Krippenplätzen begründet. Klingt schön, war aber auch nur Augenwischerei. 

Diese Steuer ist unsozial. Hohe Grunderwerbsteuern verhindern oftmals den Wechsel von der Miete zum Eigenheim für Familien. Außerdem reduziert diese Steuer die Transaktionshäufigkeit und behindert somit die geforderte berufliche Mobilität.

Sie bestraft diejenigen, die Immobilien zur Altersvorsorge erwerben.


Diese Steuer trifft  nicht die großen institutionellen Investoren. Die nutzen zur Vermeidung der Grunderwerbsteuer völlig legal Unternehmensmäntel, in denen  Immobilien  gehandelt werden.
Sie trifft Menschen, die ohnehin schon in teuren Regionen leben zusätzlich hart, da sie rein aus dem Kaufpreis berechnet wird. Grunderwerbsteuererhöhungen sind eine völlig falsche Maßnahme zur Ankurbelung des notwendigen Wohnungsbaus. Auch der Investor, der kauft, um zu vermieten, muss die Grunderwerbsteuer als zusätzliche Anschaffungskosten bei seiner Kalkulation der Rendite berücksichtigen. Damit belastet diese Steuer auch die Mieter.

Die neuen Grunderwerbsteuern ab 1. Januar 2014 im Überblick

- Baden-Württemberg: 5 Prozent

- Bayern: 3,5 Prozent

- Berlin: 6 Prozent (aktuell: 5 Prozent)

- Bremen: 5 Prozent (aktuell: 4,5 Prozent)

- Brandenburg: 5 Prozent

- Hamburg: 4,5 Prozent

- Hessen: 5 Prozent

- Mecklenburg-Vorpommern 5 Prozent

- Niedersachsen: voraussichtlich 5 Prozent (aktuell: 4,5 Prozent)

- Nordrhein-Westfalen: 5 Prozent

- Rheinland-Pfalz: 5 Prozent

- Saarland: 5,5 Prozent

- Sachsen: 3,5 Prozent

- Sachsen-Anhalt: 5 Prozent

- Schleswig-Holstein: 6,5 Prozent (aktuell: 5 Prozent)

- Thüringen: 5 Prozent (oe)

Quelle: www.interhyp.de

Die  Mietpreisbremse wird kommen kommen .  Das wird potenzielle Käufer von Mietshäusern von geplanten Investments abhalten. Die Bauträger werden dann die Produktion zurückfahren. Der viele Jahre halbtote Wohnungsbau wird, nachdem er endlich wieder deutliche Lebenszeichen zeigte, in seinen Dämmerzustand zurückfallen. Sein  Impuls für die Konjunktur  wird ausbleiben.

Den letzten Spaß nimmt den Eigentümern und Investoren dann noch die neue Energieeinsparverordnung, die zum 01. Mai in Kraft tritt.

Leidtragende all dieser Narkosemittel für den Immobilienmarkt werden neben den Eigentümern und Investoren auch die Mieter sein, deren Auswahlmöglichkeiten aufgrund des politisch abgewürgten Neubaus nicht zunehmen werden.