Gastbeitrag Dr. Ron Paul: Wirtschaftliche Sturmwolken formieren sich
Dass eine massive Wirtschaftskrise ins Haus steht, ist für Ron Paul ausgemachte Sache – der danach beschrittene Weg hingegen ungewiss. Doch er hegt die große Hoffnung, dass mit den immer lauter werdenden Rufen nach einem Verlassen des Federal Reserve Systems ein Ende des Papiergeldsystems zugunsten eines Systems mit „echten“ Zahlungsmitteln erfolgt.
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Um auf ein eine „Ende des Wohlfahrts- und Militärstaats“ zu hoffen muss man wohl die Sicht eines US-Republikaners haben. Der Militärstaat ist völlig wahnsinnig, einverstanden. Er klaut den Staatshaushalt 700 Milliarden für eine Armee, die größer ist als die 20 nächst größten zusammen (incl. Russland und China). Da kann man nur auf ein Ende hoffen.
Aber wo sieht Ron Paul den aufgeblähten Wohlfahrtsstaat? Wahrscheinlich in „kommunistischen“ Idee, dass jeder eine Krankenversicherung haben sollte. So überdimensioniert wie das Militär, so unterentwickelt ist „Wohlfahrtsstaat“, der in den USA diesen Namen nicht wirklich verdient. Wie kann man beides in einem Atemzug nennen???? Sein Fazit: Abschaffung des „Wohlfahrtsstaats = Freiheit, oh je!
ironalex
am 04.04.2018 um 10:15 Uhr
Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass diese End-the-Fed-Forderung friedlich verläuft, das Volk ist schließlich bewaffnet. Vermutlich wird der »Deep State« den Ausweg in einen großen Krieg wählen, was sonst soll eine solche Ausweitung in Rüstung auf Kosten des Wohlergehens des Volkes. Die Propaganda-Medien haben sich bereits auf den Gegner eingeschossen und eine Koalition der Willigen zeichnet sich bereits ab, wie immer, die üblichen Verdächtigen. Flinten-Uschi lässt in KITAs, Grundschulen und Gymnasien die Hirnwaschmaschine laufen und an den Unis wird schon heftig rekrutiert. Reserve-Offiziere sollen Ungediente näher an die Truppe führen, was dann mit einem Zertifikat seitens des Verteidigungs???-Ministeriums belohnt wird, früher nannte man das mal Volkssturm!
user155
am 04.04.2018 um 11:28 Uhr
Ironalex hat wohl leider Recht. Die Groko hat zum Selbstschutz am 1.1.17 die "Vorbereitung eines Angriffskrieges" de fakto ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.
crashtester
am 04.04.2018 um 11:59 Uhr
Ron Paul - ein weiser Mann.
Welfare = warfare: Kriminelle führen Krieg, finanzieren diesen über maximale Enteignung des eigenen Volks. Und wenn das Volk schön brav bleibt und nicht aufmuckt, dann bekommt es Brot und Spiele. Warum funktioniert das noch?!?
4fairconomy
am 04.04.2018 um 15:31 Uhr
Nicht Papiergeld ist das Problem, sondern das Zinseszinssystem, welches ein exponentielles Vermögens- und Schuldenwachstum erzwingt. Erfahrungen mit "echten" Währungen hat die Menschheit doch genügend gesammelt, könnte man meinen. Oder will man nochmals Deflationen erleben und Kriege um die Edelmetalle? Muss sich denn die Geschichte immer wiederholen, kann man nicht aus der Vergangenheit lernen? Die Geschichte zeigt doch, dass weder eine Goldwährung noch das heutige Papiergeldsystem auf Dauer etwas taugen. Erwartet man also wirklich, dass wenn man immer wieder dasselbe tut, es anders herauskommen wird?
Das Problem liegt auf der Hand: Eine Zinsskala welche bei 0% beginnt bedeutet, der Anreiz überschüssige Liquidität zu investieren ist nur bei Renditen von 2 bis 3% gegeben, d.h. bei entsprechendem exponentiellem Vermögenswachstum. Wie werden die Renditen realisiert? In dem für mehr Geld produziert wird, als für Löhne ausgegeben wird. Wie können aber die Güter verkauft werden, wenn die Lohnempfänger sich alle Güter gar nicht leisten können, die sie produzieren müssen? Die gesättigten grossen Renditeempfänger müssen diese ausgeben. Und dies tun sie, wenn sie rentable Investitionsgüter kaufen können. Desshalb muss die Wirtschaft wachsen: damit Investitionsgüter attraktiv bleiben und somit produziert und gekauft werden. Dies führt einerseits zu exponentiell wachsenden Vermögen (Aktiva) und andererseits zu wachsender Verschuldung (Passiva). Wenn die Privatwirtschaft die Verschuldungsspirale nicht mehr stemmen kann oder will (!), muss der Staat einspringen. Wenn dies auch nicht mehr geht, muss die Notenbank nachhelfen. Und das ist der Anfang vom Ende der Währung: die offizielle, von der Notenbank betriebene Falschgelddruckerei.
Geld ist schlicht eine Bezugsberechtigung, ein Gutschein, sich ein Stück vom Sozialprodukt abholen zu dürfen. Eine andere Deckung braucht Geld nicht! Die Geldmenge, die Anzahl Gutscheine, muss im Verhältnis zum Sozialprodukt konstant gehalten werden. Alles andere ist Betrug. Aber dieser Betrug ist notwendig mit einer Zinsskala welche bei 0% beginnt wenn die Wirtschaft nicht genügend exponentiell wächst. Ein Schneeballsystem.
Die Lösung ist eine Zinsskala, die bei -3% (bis -5%) beginnt. Dann lohnen sich auch Investitionen zu 0% Rendite, ja, nötigenfalls sogar zu negativem Prozentsatz. Dies ist die einzige logische Möglichkeit, ein Geldsystem zu haben, welches ohne Inflation und Deflation auf Dauer funktioniert. Ist vielleicht für manche nicht so sexy, die Vorstellung mit Geld kein Geld mehr verdienen zu können, aber das ist der Preis für eine auf allen gebieten (ökologisch, sozial, ökonomisch) nachhaltige Wirtschaftsordnung: ein Geldsystem, welches auch ohne irgend welchen Zinsanreiz funktioniert. D.h. ein Geldsystem welches sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen kann und nicht umgekehrt. Wächst die Wirtschaft, dann wird es weiterhin positive Renditen geben. Schrumpft sie, dann werden diese negativ werden. Und trotzdem wird investieren von überschüssiger Liquidität attraktiv sein. D.h. es gibt keine Deflation, auch nicht bei schrumpfender Wirtschaft.
goldmark.de
am 04.04.2018 um 17:05 Uhr
@4fairconomy: Negativ-Zinsen führen zu Fehlallokationen bei Sachanlagen und Absenkung der Sparqoute auf 0. Die Sparqoute dient für den privaten Sektor zur Abfederung von schlechten Zeiten und der Altersversorgung und nicht zuletzt der Freiheit der Menschen. In den ärmsten Ländern der Welt gibt es keine Sparqoute.
4fairconomy
am 04.04.2018 um 23:47 Uhr
@goldmark.de: Es geht nicht um "Negativ-Zinsen" sondern um eine Zinsskala, welche bei -3-5% beginnt. Das muss man schon genau nehmen. D.h. je Produkt und Angebot und Nachfrage können die Zinsen natürlich auch positiv werden. Aber sie können auch bei 0 liegen oder negativ werden. Ein Anreiz zur Geld-Ausleihe gibt es nicht nur bei positivem Zins. Dass eine bei -3-5% beginnende Zinsskala zu Fehlallokationen führen soll oder die Sparquote auf 0 sinken würde stimmt keineswegs. Nur wenige profitieren von den Kapitalrenditen bzw. Zinsen, die meisten sind Nettozahler und können deswegen weniger sparen. Das heutige System versklavt ca. 80% der Bevölkerung dahingehend, immer mehr zu produzieren, als es sich für den Lohn leisten kann. Nur max. ca. 10% profitiert von dem System, dass Investitionen immer eine positive Rendite abwerfen müssen. Im neuen System muss die Rendite nur höher sein als der Tiefstpunkt der Zinsskala. Ist doch nicht schwer zu verstehen und die Vorteile sind in jeder Hinsicht immens. Es gibt logisch nur wenige, oberflächliche Gründe für und viele Gründe dagegen, dass die Zinsskala bei 0% beginnt.
4fairconomy
am 05.04.2018 um 21:03 Uhr
"Die Sparqoute dient für den privaten Sektor zur Abfederung von schlechten Zeiten und der Altersversorgung und nicht zuletzt der Freiheit der Menschen." Damit es keine Deflation gibt, müssen die Ersparnisse ausgegeben werden, d.h. in dem sich jemand bei den Sparern verschuldet, wollen die Sparer eben sparen. Die ausgehandelten Zinsen zwischen den Gläubigern und Schuldner sollten ein Gleichgewichtspreis darstellen zwischen Angebot und Nachfrage, wobei diese stark von der Konjunktur abhängig ist. Wenn mehr spart als nachgefragt wird, müssen die Zinsen sinken -je schneller desto besser - gegebenenfalls auch auf unter 0%. Wenn dabei die Sparquote abnimmt, ist dies gut, dann zieht die Güternachfrage an, danach wieder die Investitionsgüternachfrage usw. bis ein erneuter Gleichgewicht erreicht wird. Wenn die Zinsskala bei 0% beginnt, ist kein Gleichgewichtspreis möglich bei Überhang der Sparseite und so kann sich auch kein neues Gleichgewicht zwischen Sparquote und Kreditnachfrage einstellen. Eine Zinsskala welche unter 0% beginnt ist aus den obigen Gründen zwingend not-wendig.
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Kommentare
Aber wo sieht Ron Paul den aufgeblähten Wohlfahrtsstaat? Wahrscheinlich in „kommunistischen“ Idee, dass jeder eine Krankenversicherung haben sollte. So überdimensioniert wie das Militär, so unterentwickelt ist „Wohlfahrtsstaat“, der in den USA diesen Namen nicht wirklich verdient. Wie kann man beides in einem Atemzug nennen???? Sein Fazit: Abschaffung des „Wohlfahrtsstaats = Freiheit, oh je!
Welfare = warfare: Kriminelle führen Krieg, finanzieren diesen über maximale Enteignung des eigenen Volks. Und wenn das Volk schön brav bleibt und nicht aufmuckt, dann bekommt es Brot und Spiele. Warum funktioniert das noch?!?
Das Problem liegt auf der Hand: Eine Zinsskala welche bei 0% beginnt bedeutet, der Anreiz überschüssige Liquidität zu investieren ist nur bei Renditen von 2 bis 3% gegeben, d.h. bei entsprechendem exponentiellem Vermögenswachstum. Wie werden die Renditen realisiert? In dem für mehr Geld produziert wird, als für Löhne ausgegeben wird. Wie können aber die Güter verkauft werden, wenn die Lohnempfänger sich alle Güter gar nicht leisten können, die sie produzieren müssen? Die gesättigten grossen Renditeempfänger müssen diese ausgeben. Und dies tun sie, wenn sie rentable Investitionsgüter kaufen können. Desshalb muss die Wirtschaft wachsen: damit Investitionsgüter attraktiv bleiben und somit produziert und gekauft werden. Dies führt einerseits zu exponentiell wachsenden Vermögen (Aktiva) und andererseits zu wachsender Verschuldung (Passiva). Wenn die Privatwirtschaft die Verschuldungsspirale nicht mehr stemmen kann oder will (!), muss der Staat einspringen. Wenn dies auch nicht mehr geht, muss die Notenbank nachhelfen. Und das ist der Anfang vom Ende der Währung: die offizielle, von der Notenbank betriebene Falschgelddruckerei.
Geld ist schlicht eine Bezugsberechtigung, ein Gutschein, sich ein Stück vom Sozialprodukt abholen zu dürfen. Eine andere Deckung braucht Geld nicht! Die Geldmenge, die Anzahl Gutscheine, muss im Verhältnis zum Sozialprodukt konstant gehalten werden. Alles andere ist Betrug. Aber dieser Betrug ist notwendig mit einer Zinsskala welche bei 0% beginnt wenn die Wirtschaft nicht genügend exponentiell wächst. Ein Schneeballsystem.
Die Lösung ist eine Zinsskala, die bei -3% (bis -5%) beginnt. Dann lohnen sich auch Investitionen zu 0% Rendite, ja, nötigenfalls sogar zu negativem Prozentsatz. Dies ist die einzige logische Möglichkeit, ein Geldsystem zu haben, welches ohne Inflation und Deflation auf Dauer funktioniert. Ist vielleicht für manche nicht so sexy, die Vorstellung mit Geld kein Geld mehr verdienen zu können, aber das ist der Preis für eine auf allen gebieten (ökologisch, sozial, ökonomisch) nachhaltige Wirtschaftsordnung: ein Geldsystem, welches auch ohne irgend welchen Zinsanreiz funktioniert. D.h. ein Geldsystem welches sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen kann und nicht umgekehrt. Wächst die Wirtschaft, dann wird es weiterhin positive Renditen geben. Schrumpft sie, dann werden diese negativ werden. Und trotzdem wird investieren von überschüssiger Liquidität attraktiv sein. D.h. es gibt keine Deflation, auch nicht bei schrumpfender Wirtschaft.