Hatte Warren Buffett bis vor kurzem noch vorgehabt, seinen Anteil an HCG auf das Doppelte aufzustocken, lehnten die restlichen Anteilseigner des schlingernden Hypothekengebers dieses Ansinnen im Rahmen einer Versammlung der Anteilseigner am vergangenen Dienstag mit knapp 90% ab.

CIBC Asset Management fürchtet Verwässerung der umlaufenden Aktienanzahl

Aktuell befindet sich Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway im Besitz von rund 20% der ausstehenden HCG-Aktien, die Buffett auf 38% aufzustocken gedachte. Insbesondere CIBC Asset Management stellte sich dem Vorhaben Buffetts entgegen, darauf hinweisend, dass die umlaufende Aktienanzahl im Zuge dieses angedachten Deals völlig verwässert worden wäre.

Berkshire Hathaway wäre gar das Privileg in den Schoß gefallen, den eigenen Aktienanteil zu einem 30%igen Abschlag in Relation zum aktuellen Aktienkurs aufzustocken. Der Einstieg von Warren Buffett bei HCG hatte dafür gesorgt, das Vertrauen unter Kontenkunden und Kreditgebern des angeschlagenen Hypothekengebers zumindest partiell wiederherzustellen.

Sammelklage und Probleme mit der Aufsichtsbehörde vom Tisch

Trotz der jüngsten Kursrallye nach der Bekanntgabe eines Einstiegs von Berkshire Hathaway notiert die Aktie von HCG seit Jahresbeginn noch immer um 55% niedriger. Im Juni blickte der größte Nichtbankenhypothekengeber Kanadas einem Run auf seine Konten ins Auge, da Kanadas Aufsichtsbehörden HCG zum Vorwurf machten, die eigenen Aktionäre hinters Licht geführt zu haben.

Ferner richteten sich die Vorwürfe auch auf eine vermeintlich geschönte Hypothekenbilanz. Das Management von HCG legte den Disput mit der OSC und eine durch Investoren ins Rollen gebrachte Sammelklage inzwischen einvernehmlich bei. Kaum ein Wunder, dass die Altaktionäre von HCG die zweite Offerte Buffetts vor diesem Hintergrund abgelehnt haben.

Buffett hatte erklärt, auch bei Ablehnung der Aufstockung dabei zu bleiben

Was würde wohl mit dem Papier geschehen, falls Buffett übermorgen bekannt gäbe, seine erzielten Gewinne, die sich seit dessen Einstieg auf rund 40% belaufen, zu versilbern, um seinen Anteil von 20% abzubauen oder gar wieder ganz auszusteigen?!

Unter Altaktionären wird die aktuelle Lage indes pragmatisch gesehen. Weshalb Buffett einen noch größeren Einstieg auf eigene Kosten ebnen, wenn sich die Lage seit Buffetts Einstieg bei HCG doch bereits verbessert hat?

Anscheinend beurteilen die Altaktionäre die Lage HCGs wie folgt: Ursprüngliches Problem sei eine Vertrauenskrise gewesen, weswegen es nicht helfe, mehr Geld in das angeschlagene Unternehmen einzubringen. Immerhin hatte Buffett im letzten Monat erklärt, zu seinem Investment in HCG stehen zu wollen, was selbst dann gelte, falls seine Zweitofferte seitens der Altaktionäre abgelehnt würde. Warten wir ab, wie die Geschichte weitergehen wird.